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Acne vulgaris

  1. Was ist Akne?
  2. Ursachen
  3. Symptome
  4. Diagnose
  5. Behandlung
  6. Prävention
  7. Prognose

Was ist Akne?

Akne, auch Akne vulgaris genannt, ist eine chronische Hauterkrankung, bei der die Poren (Haarfollikel) der Haut verstopfen und sich dabei entzünden. Abhängig vom Schweregrad kann dies zu in Gruppen auftretenden Mitessern (Komedonen), Pickeln, Knoten und Narben führen.

Das Gesicht ist davon am häufigsten betroffen, weitere Lokalisationen sind Rücken und Brust.

Die meisten Menschen machen damit in ihrem Leben zeitweise Erfahrungen. Die Erkrankung tritt typischerweise im Zeitraum zwischen 10 und 30 Jahren auf und verschwindet meist mit zunehmendem Alter. In der Jugend sind Männer häufiger als Frauen betroffen, während diese häufiger im Erwachsenenalter unter Akne leiden als Männer. Es ist insgesamt die am weitesten verbreitete Hauterkrankung im Jugend- und jungen Erwachsenenalter.

Sie kann zu einer erheblichen psychischen Belastung bei Betroffenen führen, verursacht aber in der Regel keine langfristigen Gesundheitsprobleme.[1],[2],[3],[4]

Was sind die Auslöser von Akne?

Akne tritt typischerweise zum ersten Mal mit Beginn der Pubertät auf. Pickel entstehen dabei durch ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren. Ausgelöst durch eine Gruppe von Hormonen, die als Androgene bezeichnet werden, kommt es zu einer erhöhten Talgproduktion auf der Haut. Abgestorbene Hautzellen und Talg verstopfen die Poren der Haut. Es bilden sich Mitesser, sogenannte Komedonen. In den Poren ansässige Bakterien, auch Cutibacterium acnes oder Propionibakterien genannt, können daraufhin eine Entzündungsreaktion entstehen lassen.

Das Immunsystem des Körpers wird aktiviert, Entzündungszellen wandern ein und es bilden sich teils schmerzhafte und geschwollene Pickel. Mit einer Änderung im Hormonhaushalt verbessert sich Akne oft im frühen Erwachsenenalter, kann aber auch länger anhalten.

Entscheidend für die Entstehung, den Verlauf und den Schweregrad von Akne ist letztlich die Genetik. Es handelt sich dabei nicht um ein einzelnes Gen, sondern eine Reihe von Genen, die die Erkrankungswahrscheinlichkeit beeinflussen.

Es gibt zudem einige Auslöser, die die Entwicklung von Akne wahrscheinlicher machen oder den Verlauf beeinflussen.

Diese sind:

  • mechanische Reizung des betroffenen Hautareals (z.B. durch Kratzen, Drücken oder Pulen, aber auch durch das Tragen von eng anliegender Kleidung, wie Stirnbändern, BHs oder Rucksäcken);
  • Anwendung von Kosmetika, Haarprodukten und Seifen;
  • bestimmte Medikamente (kortisonhaltige Cremes und Tabletten, Lithium, einige Antiepileptika etc.);
  • bestimmte Stoffwechselerkrankungen;
  • Menstruationszyklus bei Frauen;
  • Sonnenlicht kann zur Verbesserung, aber auch zur Verschlechterung von Akne beitragen. In jedem Fall fördert es die Hautalterung;
  • Ernährung (Verschlechterung der Akne bei Konsum von Milchprodukten und zuckerhaltigen Lebensmitteln);
  • klimatische Bedingungen (Verschlechterung der Akne bei schwülem Klima);
  • Übergewicht,
  • Stress.[1],[2],[3],[4]

Was sind die Symptome von Akne?

Die typischen Symptome von Akne sind Mitesser (Komedonen), Pickel oder Knoten der Haut. Die Pickel befinden sich oft im Gesicht, obwohl auch Schultern, Rücken, Brust und andere Körperteile betroffen sein können. Sie treten in der Regel in Gruppen auf.

Die Haut um und über diesen Pickeln ist manchmal gerötet und schmerzhaft. Mit der Zeit kann die betroffene Haut dunkler werden oder Narben entstehen. Nur in ausgesprochen seltenen und schweren Fällen kommt es darüber hinaus zu Symptomen wie Fieber, Gelenkschmerzen und einer generellen Abgeschlagenheit. Da Akne oft eine psychische Belastung für die Betroffenen darstellt, können zusätzlich Symptome wie Depressionen, Angst und soziale Isolation auftreten.[5],[1],[2],[3],[4]

Hier findest du eine Beschreibung der verschiedenen Hauterscheinungen bei Akne:

Nicht entzündlich

Komedonale Akne:

  • Geschlossene Komedonen ("Whiteheads"): kleine, runde Läsionen, die weißliches Material enthalten (Talg und abgestorbene Hautzellen).
  • Offene Komedonen ("Mitesser"): kleine, runde Läsionen, die an der Oberfläche wie dunkle Punkte aussehen.

Entzündlich

Die betroffenen Stellen sind rot und können schmerzhaft sein.

Papulöse/pustulöse Akne:

  • Kleine, rötliche Pickel und Beulen, die mit Eiter gefüllt sein können und aus Komedonen entstanden sind.

Akne conglobata:

  • Schwerste Form der Akne;
  • Tastbare Verhärtungen und Knoten der Haut, die größer als 5 mm sind und meist im Bereich des Rückens und Nackens liegen;
  • Beim Abheilen können sich Narben bilden.

Wenn du dir unsicher bist, ob diese Beschwerden auf dich zutreffen, starte eine Symptomanalyse.

Wie wird die Diagnose bei Akne gestellt?

Die Diagnose von Akne beruht auf der Befragung und der körperlichen Untersuchung des Betroffenen. Eine Ärztin diagnostiziert Akne, indem sie eine ausgiebige Untersuchung der Haut durchführt. Dabei wird festgehalten, wo sich die Akne befindet und wie schwer sie ausgeprägt ist. Diese Faktoren sind wichtig für die Entscheidung, welche Behandlungsmaßnahmen getroffen werden sollen.

Es sollte unbedingt auch nach der Einnahme von Medikamenten gefragt werden, da diese als Auslöser in Frage kommen.

Weiterführende Tests oder Untersuchungen sind in der Regel nicht nötig. In selten Fällen, sollte die Behandlung erfolglos verlaufen, können hormonelle Tests oder Bakterienkulturen analysiert werden.[1],[2],[3],[4]

Was ist die Behandlung bei Akne

Die Behandlung von Akne hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Bevor mit einer Behandlung begonnen wird, sollten folgende Informationen eingeholt werden:[6]

  • Schweregrad (Komedonen, Pickel, Knoten),
  • Ausbreitung auf Körper,
  • Hauttyp (trocken, fettig),
  • Narbenbildung vorhanden oder nicht,
  • Verdunkelung der Haut durch Hyperpigmentierung vorhanden oder nicht,
  • Informationen zum Menstruationszyklus bei Frauen,
  • Anzeichen von maskuliner Körperbehaarung bei Frauen vorhanden oder nicht,
  • aktuell vorgenommene Maßnahmen zur Hautpflege,
  • bereits bestehende Behandlung der Akne,
  • aktuell genutzte Kosmetika,
  • aktuelle Medikamente,
  • innerer Leidensdruck vorhanden oder nicht.

Bei sehr leichter Akne kann es mitunter ausreichen, einfache Schritte wie das regelmäßige, aber nicht übermäßige Waschen des Gesichts durchzuführen, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und auf Kosmetika sowie fettige Cremes zu verzichten.

Sollte die Akne jedoch schwer sein oder sich die leichte Akne nach den oben beschriebenen Schritten nicht bessern, stehen eine Reihe von verschiedenen Medikamenten zur Verfügung. Diese werden entweder als Präparat auf die Haut aufgetragen oder als Tablette eingenommen. Einige davon sind rezeptfrei erhältlich, während andere ein ärztliches Rezept erfordern.

Generell zielen die bei Akne eingesetzten Medikamente auf einen oder mehrere von diesen Schlüsselfaktoren ab:[6]

  • übermäßiges Wachstum der Haarfollikel;
  • abnormale Abstoßung von abgestorbenen, verhornten Hautschichten;
  • erhöhte Talgproduktion;
  • bakterielle Überbesiedlung;
  • Entzündung.

Einige der häufigsten direkt auf die Haut aufzutragenden Medikamente sind:

Retinoide:

Die sogenannten topischen Retinoide sind sowohl für komedonale (nicht entzündliche), als auch für entzündliche Akne von Vorteil. Sie sollten in die Erstbehandlung der meisten Betroffenen einbezogen werden. Sie wirken entzündungshemmend und verhindern die Bildung von weiteren Komedonen (Mitessern).[7],[6]

Benzoylperoxid:

Dieses Präparat ist ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Es wirkt effektiv bei der Reinigung der Haut von Bakterien, löst Poren und reduziert Entzündungen. In einigen Fällen kann Benzoylperoxid in Kombination mit Antibiotika verwendet werden, die jedoch verschreibungspflichtig sind. Vor Beginn einer Behandlung sollte immer Rücksprache mit Ärztinnen oder Apothekerinnen erfolgen.[7],[6]

Topische Antibiotika:

Diese Form der Antibiotika ist ebenfalls als Präparat auf die betroffenen Hautareale aufzutragen. Auf diese Weise werden die in den Poren wachsenden Bakterien abgetötet. Dadurch werden von den Bakterien ausgelösten Entzündungen effektiv reduziert. Die Antibiotika verfügen jedoch nur über eine begrenzte Wirksamkeit bei der Bekämpfung von Komedonen (Mitessern). Ein Rezept ist erforderlich.[7],[6]

Einige der häufigsten in Tablettenform einzunehmenden Medikamente sind:

Orale Antibiotika:

Systemisch wirkende Antibiotika sind ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung der mittelschweren bis schweren entzündlichen Akne. Sie wirken entzündungshemmend und sind rezeptpflichtig.[3]

Hormonelle Therapien:

Einige hormonelle Therapien können bei der Behandlung von Akne wirksam sein. Frauen kann Östrogen verschrieben werden, um die Talgproduktion zu verringern. Zusätzlich reduziert es die Produktion von Androgenen in den Eierstöcken. Auch ein Wirkstoff namens Spironolacton kann bei der Behandlung von Akne eingesetzt werden. Es bindet den Androgenrezeptor und reduziert so die Androgenproduktion.[3]

Isotretinoin:

Isotretinoin ist ein systemisches Retinoid, das bei der Behandlung von schwerer Akne ausgesprochen wirksam ist. Isotretinoin ist u.a. entzündungshemmend und vermindert die Talgabsonderung.[3]

Kann man Akne vorbeugen?

Die Entstehung von Akne ist überwiegend genetisch bedingt. Es gibt jedoch einige Maßnahmen, um die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens zu reduzieren oder den Verlauf günstig zu beeinflussen. Effektive Maßnahmen sind unter anderem:

  • Das Gesicht sauber halten: Das Gesicht sollte etwa zweimal täglich mit warmem Wasser und einer milden Seife gereinigt werden, um Unreinheiten und abgestorbene Hautzellen von der Oberfläche zu entfernen. Man sollte jedoch vermeiden, das Gesicht zu oft zu waschen oder aggressive Seifen zu verwenden.

  • Ernährung und Bewegung: Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung können sich günstig auf die allgemeine Gesundheit, das Stresslevel und damit auch auf die Akne auswirken. Nach dem Sport sollte man den Schweiß zeitnah abwaschen.

  • Kosmetika vermeiden: Auf Make-up und andere Kosmetika zu verzichten, kann helfen, einen Akneausbruch zu verhindern. Jedes Make-up, das verwendet wird, sollte ölfrei und nicht komedogen sein.

  • Shampoo verwenden: Wenn die Haare besonders fettig sind, sollte täglich mit Shampoo geduscht werden.

  • Die Akne nicht anfassen: Es sollte vermieden werden, die Akne den ganzen Tag über zu berühren, Pickel auszudrücken oder sich an den betroffenen Stellen zu kratzen. So wird ein natürliches Abheilen erleichtert.

  • Übermäßige Sonnenlichtexposition und Solarien meiden: Zu viel Sonneneinstrahlung und die Nutzung von Solarien können die Haut schädigen und werden daher nicht empfohlen.[8],[9]

Wie ist die Prognose bei Akne?

Akne bessert sich typischerweise, wenn Betroffene die Pubertät hinter sich lassen, aber sie kann bis ins Erwachsenenalter andauern. Bei den meisten Menschen mit Akne kommt es zu keinerlei langfristigen Folgen. Bei schwerer Akne und fehlender Behandlung kann es jedoch zur Entstehung von bleibenden Narben in den betroffenen Hautarealen kommen.[2]

Betroffene, die eine Behandlung angehen, sollten das mit ihrer Ärztin besprochene Behandlungsschema mindestens zwei bis drei Monate durchführen, bevor über die Wirksamkeit und das weitere Vorgehen entschieden wird. Akne verläuft meist langwierig und wiederholt sich typischerweise über Jahre hinweg, sodass eine Erhaltungstherapie ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist.[6]

Ist Akne erblich?

Ja. Entscheidend für die Entstehung, den Verlauf und den Schweregrad von Akne ist letztlich die Genetik. Es handelt sich dabei jedoch nicht um ein einzelnes Gen, sondern eine Reihe von Genen, die die Erkrankungswahrscheinlichkeit beeinflussen.[1],[2],[3],[4]


  1. UpToDate. “Pathogenesis, clinical manifestations, and diagnosis of acne vulgaris.” - Stand: 3. Juli 2019

  2. BMJ Best Practice. “Acne vulgaris.” - Stand: 3. Juli 2019

  3. Medscape. “Acne Vulgaris.” - Stand: 3. Juli 2019

  4. AMBOSS. “Acne vulgaris.” - Stand: 3. Juli 2019

  5. NHS Choices. “Acne.” - Stand: 3. Juli 2019

  6. UpToDate. “Treatment of acne vulgaris.” - Stand: 3. Juli 2019

  7. UpToDate. “Patient education: Acne (Beyond the Basics).” - Stand: 3. Juli 2019

  8. Acne. “The Ultimate Acne Prevention Checklist.” - Stand: 3. Juli 2019

  9. AAD. “Acne: Tips for managing.” - Stand: 3. Juli 2019