Bipolare affektive Störung

Was ist bipolare affektive Störung?

Die bipolare affektive Störung ist eine Gemütsstörung, die durch abwechselnde Phasen sehr gehobener und sehr gedrückter Stimmung charakterisiert ist. Diese werden manische und depressive Episoden genannt. Manische Episoden sind Phasen einer abnormal gehobenen Stimmung (Euphorie) und Aktivität, doch auch der Reizbarkeit. Depressive Episoden umfassen anhaltende Betrübtheit, Interessensverlust und Antriebslosigkeit. Diese Erkrankung wird hauptsächlich durch genetische Faktoren und ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn verursacht. Die Diagnose erfordert eine lebenslange Behandlung. Dies kann durch eine psychologische Beratung und Medikamente erfolgen. Obwohl eine bipolare Störung ein Leben lang behandelt werden muss, lernen viele Betroffene, mit ihren Symptomen umzugehen und gut mit der Diagnose zu leben.

Risiken

Die Ursachen der bipolaren Störung sind nicht vollständig verstanden, es wird jedoch vermutet, dass verschiedene interagierende Faktoren zur Entwicklung dieser Erkrankung führen. Dies umfasst ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn, genetische Veranlagung (die Erkrankung taucht manchmal vermehrt in bestimmten Familien auf) und Umweltfaktoren (wie z. B. traumatische Ereignisse in der Kindheit und andere belastende Lebensumstände).

Symptome

Betroffene einer bipolaren Störung erleben Episoden mit sehr gehobenen und sehr gedrückten Stimmungen. Diese können im Abstand von Wochen, Monaten oder Jahren auftreten. In beiden Phasen können psychotische Symptome (Wahnvorstellungen, Halluzinationen usw.) festgestellt werden. Während der depressiven Episoden fühlen sich die Betroffenen betrübt, haben kaum Energie, eine verringerte Motivation und Konzentrationsschwierigkeiten. Sie können an Körpergewicht zunehmen und das Gefühl haben, dass ihre Bewegungen und Gedanken sich verlangsamen und weniger spontan werden. Während der manischen Episoden fühlen sich die Betroffenen voller Energie, hyperaktiv und zu allem fähig. Manische Episoden sind von einer euphorischen oder gereizten Stimmung mit impulsivem, manchmal irrationalem Verhalten und einer Beschleunigung des Denkens und Redens geprägt. Darüber hinaus benötigen die Betroffenen nur wenig Schlaf. Depressive und manische Episoden können in beliebiger Reihenfolge auftreten, mit oder ohne Unterbrechung, oder sogar gleichzeitig. Viele Betroffene finden, dass belastende Lebensereignisse eine Episode der Depression oder Manie auslösen.

Diagnose

Die Diagnose der bipolaren affektiven Störung wird normalerweise von einem Psychiater nach Einschätzung der Symptome und ihres zeitlichen Verlaufs gestellt. Aufgrund der Natur der bipolaren Störung ist es für den Psychiater häufig hilfreich, die Symptome mit Menschen zu besprechen, die der betroffenen Person nahestehen. Ein Arzt sollte weitere mögliche Ursachen der Symptome ausschließen, ehe er eine bipolare Störung diagnostiziert. Zu diesem Zweck können daher Blutuntersuchungen oder Aufnahmen des Gehirns durchgeführt werden. Blutuntersuchungen sind manchmal außerdem notwendig, um die zur Behandlung der bipolaren Störung eingesetzten Medikamente zu kontrollieren.

Behandlung

Die Therapie umfasst unter anderem Medikamente zur Stabilisierung der Stimmung. Eine Psychotherapie und die Aufklärung über die Erkrankung können Betroffenen dabei helfen, mit ihrer Diagnose zurechtzukommen und die Symptome der Manie oder Depression zu erkennen, ehe sie davon überwältigt werden. Regelmäßige Kontrollen bei einem Hausarzt, Psychologen oder Psychiater können dabei helfen, das Ansprechen auf die Medikamente zu beobachten.

Prognose

Die bipolare affektive Störung ist eine chronische Erkrankung, die eine langfristige Behandlung erfordert. Viele Menschen werden Rückschläge erleiden, vor allem in Zeiten von gesteigertem Stress. In den frühen Phasen der Störung treten bei vielen Betroffenen Selbstmordtendenzen auf, so dass eine frühe Diagnose und Behandlung lebenswichtig sind. Die meisten Episoden können relativ gut gehandhabt werden. Obwohl es von Person zu Person starke Unterschiede gibt, treten sie im Durchschnitt mit einem Abstand von drei bis vier Jahren auf.

Vorsorge

Ein gutes Betreuungsnetzwerk vor und nach der Diagnosestellung kann dabei helfen, die Symptome der Depression und Manie früh zu erkennen und einigen Auswirkungen vorzubeugen.