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Bilirubin

Verfasst von Adas medizinischem Fachpersonal

Aktualisiert am

Bilirubin ist eine gelbliche Substanz, die der Körper bildet, wenn rote Blutkörperchen abgebaut werden.[1] Sie ist giftig und wird normalerweise von der Leber verarbeitet und durch den Stuhl ausgeschieden. Manchmal funktioniert dieser Prozess allerdings nicht aufgrund von Erkrankungen an Blut, Leber oder Gallenblase. In diesen Fällen löst das Bilirubin Gelbsucht aus. Bei Gelbsucht färben zunächst das Weiße im Auge und in schweren Fällen auch die Haut gelb.

Die Leber spielt eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von BIlirubin. Deswegen nimmt man üblicherweise an, dass sich der Zustand der Leber gut an der Menge an Bilirubin im Blut prüfen lässt. Sollte sich ein erhöhter Wert an Bilirubin im Urin befinden, kann dies ein Hinweis auf ein ernsthaftes Problem an der Leber sein.

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Was ist Bilirubin?

Bilirubin ist eine farbstoffhaltige Substanz, die für die braun-gelbliche Färbung von Galle, Stuhl und teilweise von Urin sorgt. In bestimmten Fällen kann sie die Haut und das Weiße im Auge färben. Diesen Zustand nennt man Gelbsucht.[2]

Bilirubin ist ein Nebenprodukt des Abbaus von roten Blutkörperchen. Das Knochenmark produziert kontinuierlich neue rote Blutkörperchen, während alte Zellen abgebaut werden. Beim Abbau des Hämoglobins – einem Teil der roten Blutkörperchen – bildet sich Bilirubin.

Zwar ist Bilirubin giftig, allerdings kann unser Körper diese Substanz eigenständig ausscheiden. Nach der Bildung wird Bilirubin in der Leber verarbeitet, in die Galle ausgeschieden, durch den Darm geleitet und verlässt schließlich mit dem Stuhl den Körper.[1]

In manchen Fällen ist im Blut die Menge an Bilirubin zu hoch, dass sich Gelbsucht entwickelt. Hierbei färben sich die Haut und das Weiße im Auge gelblich. Bestimmte Erkrankungen an Leber und Gallenblase können zu Problemen beim Abbau von Bilirubin führen. Hierzu gehören zum Beispiel Leberzirrhose, Hepatitis (Entzündung der Leber) und Verschlüsse in der Gallenblase (zum Beispiel durch Gallensteine.

Ein weiteres häufiges Problem mit Bilirubin ist die sogenannte Neugeborenengelbsucht. Vor der Geburt ist die Leber der schwangeren Person für den Abbau von Bilirubin verantwortlich. Nach der Geburt sollte dies normalerweise die Leber des Kindes übernehmen.

Allerdings ist die Leber des Neugeborenen in manchen Fällen noch nicht vollständig entwickelt und kann das Bilirubin noch nicht eigenständig verarbeiten, sodass sich Gelbsucht entwickelt. Dies ist der häufigste Grund für die Krankenhausaufnahme von Neugeborenen. Neugeborenengelbsucht kann zu ernsthaften Komplikationen führen. Deswegen sollte immer ärztlicher Rat oder die Hilfe einer Hebamme eingeholt werden.[2]

Was ist Morbus Meulengracht?

Morbus Meulengracht beschreibt eine Krankheit, bei der der Bilirubinwert im Blut ohne Leberschäden oder Blutkrankheiten immer erhöht ist. Insbesondere in stressigen Situationen wie bei Infekten kann es dabei auch zur Gelbsucht mit der gelblichen Verfärbung der Augen oder auch der Haut kommen.

Die Ursache ist eine verminderte Umwandlung des unkonjugierten ins konjugierte Bilirubin, wodurch ersteres langsamer aus dem Blut verschwindet. Das ist meist genetisch bedingt und kann deshalb vererbt werden.

Die Symptome treten häufig zuerst in der Jugend auf, aber können jedes Alter betreffen. Im Durchschnitt sind Männer häufiger von der Erkrankungen betroffen. Die Gelbsucht tritt bei dieser Erkrankung in der Regel in Episoden auf, welche von selbst wieder enden.

Morbus Meulengracht kann allerdings auch die Wirkung einiger Medikamente beeinflussen. Um andere Ursachen für die Gelbsucht auszuschließen, sollte deswegen dennoch ärztlicher Rat eingeholt werden.

Was ist ein Bilirubin-Nomogramm?

Das Bilirubin-Nomogramm wurde zur Untersuchung der Neugeborenengelbsucht entwickelt. Es handelt sich hierbei um eine Tabelle, mit der Ärzt:innen bestimmen, ob und wie gefährlich die Menge an Bilirubin für das Kind ist.[2]

Bei diesem Nomogramm werden das Alter des Kindes und die Menge an Bilirubin im Blut betrachtet. Weiterhin werden mögliche Risikofaktoren für Neugeborenengelbsucht in Betracht gezogen.

Ausgehend von dem Bilirubin-Nomogramm können Ärzt:innen das Risiko einer Neugeborenengelbsucht bestimmen. Wird bei einem hohen Risiko schnell reagiert, können schwere Komplikationen oft vermieden werden.

Was sind konjugiertes und unkonjugiertes Bilirubin? @@

Je nachdem, ob das Bilirubin bereits die Leber passiert hat, unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Typen von Bilirubin.

  • Konjugiertes bilirubin (auch direktes Bilirubin genannt)
  • Unkonjugiertes Bilirubin (auch indirektes Bilirubin genannt)
  • Gesamtbilirubin: Die vollständige Menge an Bilirubin im Blutkreislauf

Unkonjugiertes Bilirubin wurde noch nicht von der Leber verarbeitet. Es entsteht wenn sich das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen zersetzt. Anschließend verbindet es sich mit einem Protein und wird dann durch das Blut in die Leber transportiert. Dort bindet es sich an eine Säure in der Leber und wird ausgeschieden. Dieses Bilirubin nennt man konjugiertes Bilirubin.[3]

Wie kann man Bilirubin senken?

Ein erhöhter Bilirubin-Wert kann durch eine Urin- oder eine Blutprobe festgestellt werden. Bei einem Bluttest liegt ein herkömmlicher Bilirubin-Wert zwischen 3,4 und 20,0 micromol/L (0,2 bis 1,2 mg/dL).[4]

Ein niedriger Bilirubin-Wert löst üblicherweise keine Symptome aus. Niedriges Bilirubin kann durch übermäßigen Koffeinkonsum oder nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAIDs) wie Aspirin herbeigeführt werden.

Menschen, bei denen der Bilirubin Wert erhöht ist, sollten ärztlichen Rat aufsuchen. Ein zu hoher Bilirubin-Wert kann reduziert werden, indem man die zugrunde liegende Ursache behandelt. Darüber hinaus helfen eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf Alkohol.[5]

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Bilirubin FAQ

Wie ist Bilirubin definiert?

Bilirubin ist ein orange-gelblicher Farbstoff, der beim Zersetzen des Hämoglobins in den roten Blutkörperchen entsteht. Es wird durch die Leber in die Galle abgegeben. Es kann im Blut und im Urin gefunden werden, besonders wenn Erkrankungen wie Leberzirrhose, Hepatitis oder Gallensteine vorliegen.

Was macht Bilirubin?

Bilirubin ist eine Nebenprodukt des natürlichen Abbaus von roten Blutkörperchen. Für gewöhnlich wird es in der Leber verarbeitet und dann aus dem Körper ausgeschieden.

Wann sollte ich ärztliche Hilfe aufsuchen?

Wenn sich die Haut oder das Weiße im Auge gelb färben, ist das ein Hinweis auf zu viel Bilirubin im Blut. In diesem Fall könnte ein Problem mit der Leber, der Gallenblase oder dem Blut vorliegen.


  1. NHS (2022). Bilirubin Total. Zugriff am: 23. März 2022.

  2. CDC (2020). What are Jaundice and Kernicterus?. Zugriff am: 23. März 2022.

  3. Kalakonda A, et. al. (2021). Physiology, Bilirubin. Zugriff am: 23. März 2022.

  4. Patel J, et. al. (2022). Assessment of jaundice. Zugriff am: 23. März 2022.

  5. NHS (2021). Gilbert's syndrome. Zugriff am: 23. März 2022.