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Genitalwarzen

  1. Was sind Feigwarzen?
  2. Symptome
  3. Ursachen
  4. Diagnose
  5. Behandlung
  6. Prävention
  7. Prognose
  8. Komplikationen

Was sind Feigwarzen?

Bei Feigwarzen, auch Condylomata acuminata, Genital- oder Anogenitalwarzen genannt, handelt es sich um die häufigste sexuell übertragbare Erkrankung (STD). Sie werden durch bestimmte Subtypen des hochansteckenden humanen Papillomavirus (HPV) verursacht.

Zwar gibt es an die 200 verschiedene HPV-Subtypen, jedoch werden 90 Prozent aller Fälle von Feigwarzen durch die Subtypen 6 und 11 verursacht. Häufig liegen Ko-Infektionen mit zwei verschiedenen HPV-Subtypen gleichzeitig vor. Bei etwa 60% der Betroffenen, die sich mit HPV-6 oder HPV-11 infiziert haben, kommt es im Krankheitsverlauf zur Entstehung von Warzen. Das Virus verbreitet sich bei Kontakt mit der infizierten Haut oder Schleimhaut einer betroffenen Person.

Häufig verschwinden die Warzen nach ein paar Monaten wieder von selbst, zudem gibt es wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Es kann jedoch immer wieder zur erneuten Warzenbildung kommen. Warzen im Intimbereich können zu einem hohen inneren Leidensdruck führen, da sie allgemein als unansehnlich empfunden werden und so psychische Probleme verursachen können. Komplikationen wie die Entstehung von Krebs sind selten, hängen jedoch vom HPV-Subtyp ab.[1],[2][3],[4]

Was sind die Symptome von Feigwarzen?

Ob nach einer HPV-Infektion sichtbare Symptome auftreten oder nicht, hängt vom Subtypen ab. Die meisten Ansteckungen bleiben symptomlos. Besteht jedoch eine Infektion mit HPV-6 oder HPV-11, kommt es bei etwa 60% der Betroffenen im Verlauf zur Entstehung von Feigwarzen. Diese treten meist drei Wochen bis acht Monate nach der Infektion auf.[1],[2],[3]

Genitalwarzen:

  • können einzeln oder in Gruppen auftreten.
  • können flach oder erhaben sein und erinnern in Gruppen manchmal an einen kleinen Blumenkohl.
  • können weiß, hautfarben, rötlich oder bräunlich sein.
  • sind in der Regel weich.
  • variieren in der Größe zwischen 1 Millimeter bis zu mehreren Zentimetern im Durchmesser.
  • verursachen in der Regel keine Beschwerden, allerdings kann es zu Juckreiz kommen.
  • können zu psychischen Problemen wie Stigmatisierung, sozialer Isolation, Angst, Depression und Schuldgefühlen führen.
  • bilden sich normalerweise außen im Genital- oder Analbereich, typischerweise auf der Vulva, dem Penis, in der Leiste, auf dem Damm und um den Anus.
  • seltener können sie auch im Anus, in der Scheide, in der Harnröhre oder am Gebärmutterhals auftreten.
  • in seltenen Fällen kann es zu Problemen beim Stuhlgang, Blutungen aus der Harnröhre und beim Geschlechtsverkehr sowie zu Problemen beim Wasserlassen kommen.
  • Speziell bei Frauen sind zudem Vaginalausfluss, eine Verlegung bzw. Blockade der Vagina sowie eine sexuelle Funktionsstörung (Dyspareunie) möglich.[3],[5],[6],[7]

Nach dem ersten Auftreten können Warzen im Intimbereich in Anzahl und Größe zunehmen oder sich spontan ohne Behandlung wieder zurückbilden. Letzteres geschieht in etwa einem Drittel der Fälle und in der Regel innerhalb von vier Monaten.[1],[2],[3]

Auch nach Rückgang der Feigwarzen kann die Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) bestehen bleiben. Dies kann zu einem Wiederauftreten der Warzen im Genitalbereich führen, was in 20-30% der Fälle passiert.

Zu den möglichen Auslösern für ein Wiederauftreten zählen:[3],[5]

  • Mechanische Irritationen
  • Wunden
  • Schwächung des Immunsystems
  • Entzündungen

Wenn du dir unsicher bist, ob diese Beschwerden auf dich zutreffen, starte eine Symptomanalyse.

Was sind die Ursachen von Feigwarzen

Feigwarzen werden durch das humane Papillomavirus (HPV) verursacht. Eine HPV-Infektion betrifft die Haut oder Schleimhaut einer Person. Es gibt um die 200 verschiedene HPV-Subtypen, die unterschiedliche Körperstellen betreffen.

Mehr als 40 dieser Subtypen können durch Sexualkontakt übertragen werden und die sogenannte Anogenitalregion infizieren, den Körperbereich um After und Geschlechtsorgane. Etwa 90 % und damit der Großteil der Warzen im Genitalbereich wird durch die zwei Subtypen HPV-6 und HPV-11 verursacht.

Sowohl Männer, als auch Frauen können sich mit dem Virus infizieren und es an andere weitergeben. Die Hälfte der Menschen steckt sich im Laufe ihres Lebens mit HPV an, häufig ohne je Krankheitsfolgen zu bemerken.

HPV wird vor allem bei Oral-, Vaginal- oder Analverkehr übertragen. Dabei müssen beim Sexualpartner keine Genitalwarzen vorliegen. Sexuell aktive Menschen haben insbesondere bei wechselnden Sexualpartnern ein erhöhtes Risiko sich zu infizieren. Penetrativer Sex ist für die Ansteckung mit HPV jedoch nicht zwingend notwendig. Es reicht bereits enger Genitalkontakt zwischen den beiden Partnern.

Umarmungen oder Küsse, aber auch der Kontakt mit einem Kleidungsstück oder Handtuch eines Betroffenen reichen jedoch nicht für eine Ansteckung mit dem Virus.[3],[6],[8],[9]

Wie wird die Diagnose bei Feigwarzen gestellt?

Sichtbare Warzen im Intimbereich werden meist mit Hilfe einer genauen Befragung, der sogenannten Anamnese, und einer körperlichen Untersuchung des Betroffenen durch eine Ärztin diagnostiziert. Ein spezifischer Test auf das humane Papillomavirus (HPV) hat in der Regel keinen Einfluss auf Diagnose und Behandlung von Feigwarzen und wird daher nicht routinemäßig empfohlen. Die körperliche Untersuchung sollte auch andere sexuell übertragbare Erkrankungen berücksichtigen und mit den entsprechenden Tests einhergehen.[1],[2],[3],[6],[10]

Eine Gewebeprobe, auch Biopsie genannt, ist in der Regel nur nötig:

  • wenn Unsicherheit bei der Diagnose besteht;
  • bei Genitalwarzen, die nicht auf eine Behandlung ansprechen;
  • bei Verdacht auf eine andere Hauterkrankung, z.B. maligne Entartung;
  • bei Personen mit geschwächtem Immunsystem;
  • bei Verhärtungen, Blutungen und anderen atypischen Merkmalen;[3]

Ist die Harnröhre, die Vagina, der Gebärmutterhals oder der Anus betroffen, können weitere Untersuchungen nötig sein:

  • Harnröhrenbeteiligung - Betroffene mit Feigwarzen an dieser Stelle sollten zur weiteren Beurteilung an einen Urologen überwiesen werden, der eine sogenannte Blasenspiegelung durchführt.
  • Beteiligung von Vagina und/oder Gebärmutterhals - Eine gynäkologische Untersuchung wird hier zur Diagnosestellung herangezogen.
  • Beteiligung des Anus - Eine Überweisung an einen Proktologen zur Durchführung einer sogenannten Anoskopie, mit welcher der Afterkanal inspiziert werden kann, ist anzuraten, wenn Feigwarzen im von außen einsehbaren Analbereich vorhanden sind.[3]

Gut zu wissen:

Betroffene können die auslösende HPV-Infektion bereits Jahre vor der Entstehung einer Feigwarze erworben haben. Bei einer neu aufgetretenen Genitalwarze kann es sich also auch um einen Rückfall anstatt einer Neuansteckung handeln. Folglich bedeutet eine erstmalige Diagnose von Feigwarzen nicht, dass der oder die Betroffene oder sein/ihr Partner*in zwangsläufig Sex außerhalb der Beziehung gehabt haben muss.

HPV ist so weit verbreitet, dass die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens eine HPV-Infektion erworben haben, sich aber der Infektion nicht bewusst sind, da sie normalerweise asymptomatisch ist.

Der Erwerb der Immunität gegen einen einzelnen HPV-Subtyp sichert nicht die Immunität gegenüber anderen Subtypen, sodass weitere Infektionen auftreten können.[5]

Was ist die Behandlung von Feigwarzen

Häufig verschwinden die Warzen im Genitalbereich nach ein paar Monaten wieder von selbst. Darüber hinaus gibt es wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die auf die Beseitigung der Feigwarzen abzielen. Das auslösende Virus kann durch eine Behandlung jedoch nicht beseitigt werden und verbleibt im Körper. Dadurch kann es im Verlauf in 20-30 % der Fälle zu einem erneuten Auftreten der Warzen kommen.[1],[2],[3],[6]

Ob eine Behandlung empfohlen wird, unterscheidet sich abhängig von Geschlecht, Lokalisation der Feigwarzen und anderen Faktoren.[5]

Behandlung von Feigwarzen im Bereich der Vagina oder Vulva:

Genitalwarzen stellen kein erhöhtes Risiko für die Gesundheit oder Fruchtbarkeit dar; daher kann zunächst abgewartet werden, ob die Feigwarzen von allein verschwinden.[5]

Anlass zur Behandlung sind unangenehme bzw. störende Beschwerden wie:

  • Juckreiz
  • Blutungen
  • Brennen
  • Vaginalausfluss
  • Schmerzen
  • Verlegung bzw. Blockade der Vagina
  • sexuelle Funktionsstörung (Dyspareunie)

Gut zu wissen:

  • Die Behandlung von Warzen im Intimbereich hat keinen Einfluss auf das zukünftige Krebsrisiko einer Frau.
  • Bei den HPV-Subtypen, die Feigwarzen auslösen, handelt es sich zudem meist um andere Subtypen, als bei den potenziell krebsverursachenden HPV-Subtypen.
  • Die Behandlung und damit einhergehende Beseitigung von Warzen im Genitalbereich hebt nicht die potenzielle Infektiosität auf.[5]

Behandlung von Feigwarzen bei Männern:

Allen Betroffenen sollte eine Behandlung angeboten werden. Ob zunächst abgewartet wird, kann im Einzelfall mit einer Ärztin besprochen werden. Insbesondere bei hohem psychischem Leidensdruck sowie Symptomen wie Juckreiz, Schmerzen, Blutungen, Störungen beim Wasserlassen, Stuhlgang oder der Sexualfunktion, ist eine Behandlung ratsam.[11]

Behandlungsmethoden (unabhängig vom Geschlecht):

Erfolgt eine Behandlung, so dauert diese in der Regel längere Zeit und erfordert eine regelmäßige Nachsorge. Es gibt sowohl medikamentöse, als auch operative Behandlungsmöglichkeiten. Die typischsten sind:[1],[2],[11],[5],[12]

Anwendung von antiviralen Salben oder Cremes:

  • Diese können Betroffene selbst über mehrere Tage oder Wochen hinweg auftragen.
  • Nebenwirkungen können Juckreiz und leichte Narbenbildung sein.[11],[5]

Anwendung von säurehaltigen Lösungen:

  • In der Regel von einer Ärztin durchgeführt.
  • Die Methode erfordert einige Sitzungen.

Kryotherapie (Einfrieren):

  • Flüssiger Stickstoff wird verwendet, um den betroffenen Bereich für kurze Zeit einzufrieren. Dies kann zu einem milden Brennen führen.
  • Dieses Verfahren wird in der Regel bei kleinen Warzen um den Penis oder die Vulva herum angewendet.

Exzision (operative Abtragung):

  • Die Feigwarzen werden operativ entfernt, während der/die Betroffene unter Lokalanästhesie steht.
  • Wird typischerweise bei großen Genitalwarzen angewendet.

Elektrochirurgie:

  • Wird typischerweise bei größeren Gruppen von Warzen, die nicht auf andere Behandlungsmethoden reagiert haben, angewendet.
  • Mit Hilfe eines elektrischen Stroms wird das betroffene Areal verödet.

Laserchirurgie:

  • Wird typischerweise bei großen oder an mehreren Stellen bestehenden Warzengruppen verwendet.
  • Eine Ärztin verödet mit einem Laser das betroffene Areal, während der/die Betroffene in Regional- oder Vollnarkose ist.

Kann man Feigwarzen vorbeugen

Sexuelle Aktivität ist der ausschlaggebende Risikofaktor für den Erwerb einer HPV-Infektion und der daraus resultierenden Entwicklung von Warzen im Intimbereich. Zur Risikoreduzierung kann Folgendes berücksichtigt werden: [1],[2],[11],[5],[13]

Impfung:

  • effektivste Option das Risiko für Feigwarzen zu senken,
  • sollte jedoch vor Beginn der sexuellen Aktivität erfolgen,
  • es gibt verschiedene Impfstoffe, von denen keiner gegen alle HPV-Subtypen schützen kann.

Anzahl der lebenslangen Sexualpartner:

  • mit jedem weiteren Sexualpartner steigt das Risiko, sich weitere HPV-Subtypen zuzuziehen.

Alter beim ersten Geschlechtsverkehr:

  • statistisch gesehen ist das Risiko reduziert, wenn der erstmalige Geschlechtsverkehr später erfolgt.

Kondome:

  • die Verwendung von Kondomen kann helfen, das Ansteckungsrisiko mit HPV zu verringern.
  • eine HPV-Infektion kann jedoch trotzdem durch Kontakt mit infizierter Haut übertragen werden, die nicht von einem Kondom bedeckt ist.

Wie ist die Prognose bei Feigwarzen

Nach dem ersten Auftreten können Warzen im Genitalbereich in Anzahl und Größe zunehmen oder sich spontan ohne Behandlung wieder zurückbilden. Letzteres geschieht in etwa einem Drittel der Fälle und in der Regel innerhalb von vier Monaten.

Auch nach Rückgang der Feigwarzen kann die Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) bestehen bleiben. Dies kann zu einem Wiederauftreten der Feigwarzen führen, was in 20-30% der Fälle passiert. Eine durchgeführte Behandlung hat keinen Einfluss auf den zukünftigen Verlauf einer HPV-Infektion.[1],[2],[3]

Was sind Komplikationen von Feigwarzen

In der Regel haben Genitalwarzen keine oder nur milde gesundheitliche Folgen.

Folgen einer chirurgischen Behandlung können sein:

  • Blutungen
  • Infektionen mit anderen Erregern
  • Narbenbildung
  • Bleibende Hypo- oder Hyperpigmentierung der Haut

Abgesehen von der Hypo- oder Hyperpigmentierung sind diese Komplikationen nicht häufiger als bei anderen operativen Eingriffen auch.[2]

Maligne Entartungen:

  • Bestimmte HPV-Subtypen erhöhen das Risiko für bestimmte Krebsarten.
  • ABER: Die Behandlung der Feigwarzen selbst hat keinen Einfluss auf das zukünftige Krebsrisiko. Bei den HPV-Subtypen, die Feigwarzen auslösen, handelt es sich zudem meist um andere Subtypen, als bei den potenziell krebsverursachenden HPV-Subtypen.[2],[5]

Wenn du dir unsicher bist, ob diese Beschwerden auf dich zutreffen, starte eine Symptomanalyse.


  1. Medscape. “Genital Warts.” - Stand: 31. Juli 2019

  2. BMJ. “Genital warts.” - Stand: 27. Juli 2019

  3. UpToDate. “Condylomata acuminata (anogenital warts) in adults: Epidemiology, pathogenesis, clinical features, and diagnosis.” - Stand: 30. Juli 2019

  4. NHS Choices. “Genital Warts - Symptoms.” - Stand: 31. Juli 2019

  5. UpToDate. “Condylomata acuminata (anogenital warts): Treatment of vulvar and vaginal warts.” - Stand: 31. Juli 2019

  6. Amboss. “Human papillomavirus infection.” - Stand: 30. Juli 2019

  7. DrEd. “Early Signs of Genital Warts.” - Stand: 31. Juli 2019

  8. In the know ZONE. “[How are genital warts spread.](http://www.intheknowzone.com/sexual-health-topics/genital-warts/how-are-genital-warts-spread.html ""How are genital warts spread.")" - Stand: 31. Juli 2019

  9. NCBI. “Genital HPV infection and related lessons in men.” - Stand: 31. Juli 2019

  10. WebMD. “Genital Warts.” - Stand: 31. Juli 2019

  11. UpToDate. “Condylomata acuminata (anogenital warts): Management of external condylomata acuminata in men.” - Stand: 31. Juli 2019

  12. fpa. “Genital Warts.” - Stand: 31. Juli 2019

  13. CDC. “HPV Vaccination Information for Young Women.” - Stand: 31. Juli 2019