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Wie Ada auf die Ausbreitung des Corona-Virus reagiert

Für uns bei Ada hat die Gesundheit der Bevölkerung höchste Priorität. Wir betrachten es als unsere Verantwortung, mithilfe moderner Technologie dazu beizutragen, dass Menschen auf der ganzen Welt ihre Gesundheit besser verstehen und managen können.

Während sich das Coronavirus weltweit ausbreitet, ist in den letzten Wochen eine öffentliche Diskussion darüber entbrannt, wie digitale Tools wie Ada zur Bekämpfung des Virus beitragen können. Wir möchten daher die Chance ergreifen und unsere Nutzer darüber informieren, was wir tun, um mit Ada in der aktuellen Situation bestmöglich helfen zu können.

Wie Ada funktioniert

Bevor ich erkläre, wie wir unser System hinsichtlich COVID-19 aktualisiert haben, ist es wichtig, die Technologie hinter Ada zu verstehen.

Ada basiert auf zwei zentralen Komponenten: einem probabilistischen System und einer medizinischen Wissensdatenbank. Basierend auf der Prävalenz, also der Häufigkeit einer Krankheit, den eingegebenen Symptomen sowie den individuellen Risikofaktoren des jeweiligen Users, berechnet Ada auf Grundlage der medizinischen Wissensdatenbank die wahrscheinlichste Ursache für die Beschwerden. Mit jeder zusätzlichen Information berechnet das System die Wahrscheinlichkeit neu. Im Anschluss an ein solches Assessment werden dem Nutzer die passenden nächsten Schritte für den Umgang mit seinen Beschwerden vorgeschlagen.

Das probabilistische System berücksichtigt nicht nur die Symptome und Vorerkrankungen, sondern auch mit welcher Wahrscheinlichkeit diese Angaben zu einer bestimmten Erkrankung passen. Dabei fließen eine Vielzahl von Faktoren in die Analyse ein, zum Beispiel, in welcher Region auf der Welt sich ein Nutzer befindet. Dies ist auch der Grund, weshalb Nutzer in unterschiedlichen Regionen und zu verschiedene Zeitpunkten abweichende Ergebnisse erhalten - selbst wenn sie die gleichen Symptome eingegeben haben.

Adas medizinische Datenbank wird fortlaufend von unserem Spezialistenteam aktualisiert und erweitert. Dazu gehören nicht nur über 50 Ärzte und medizinische Fachkräfte, sondern auch Epidemiologen und Experten für öffentliche Gesundheit. Wir beobachten und überprüfen die neuesten Informationen, Daten und Entwicklungen und entscheiden gemeinsam mit dem Ärzteteam, wann und wie die Wissensdatenbank angepasst werden muss.

Wie wir Ada aktualisieren, um auf das Coronavirus zu reagieren

Um sicherzustellen, dass Ada zu jedem Zeitpunkt auf dem aktuellsten medizinischen Stand ist, erweitern wir unser System kontinuierlich und fügen beispielsweise auch regelmäßig neue Erkrankungen hinzu. So konnten wir auch im Fall des Coronavirus schnell reagieren und die Erkrankung nach kurzer Zeit in das Ada-System implementieren.

Wie bei einer neuartigen Erkrankung nicht anders zu erwarten, sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Datenlage über das Coronavirus noch stark begrenzt. Doch jeden Tag lernen Wissenschaftler auf der ganzen Welt mehr über das Virus und die Erkrankung. Neue Erkenntnisse und Daten pflegen wir in unser System ein.

Im Folgenden möchten wir etwas genauer erläutern, wie wir das System aktualisieren und wie dies dazu beitragen kann, bestmöglich mit der aktuellen Situation umzugehen.

1 - Die medizinische Wissensdatenbank

Angesichts der wachsenden Zahl von Fällen und der weltweit zunehmenden Besorgnis rund um das Coronavirus haben wir uns bereits Anfang Februar entschlossen, die Erkrankung in unserer Wissensdatenbank zu modellieren sowie weitere Informationen auf unserer Website und in unserer medizinischen Bibliothek zur Verfügung zu stellen. Sämtliche Informationen werden regelmäßig aktualisiert und auf neuesten wissenschaftlichen Stand gebracht.

Kurz gesagt: Ada hat also gelernt, User, die sich potenziell mit dem Coronavirus infiziert haben, erkennen zu können. Das System zieht bei entsprechenden Symptomen COVID-19 als eine mögliche Erkrankung in Betracht.

2 - Die medizinische KI

Die Risikofaktoren einer Erkrankung haben einen großen Einfluss darauf, wie wir Adas probabilistisches System anpassen. Bei COVID-19 kann beispielsweise ein wichtiger Anhaltspunkt sein, ob der Betroffene Kontakt zu einer bereits Coronavirus-positiv getesteten Person hatte oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat. Durch die weltweite Ausbreitung des Virus haben sich auch diese Risikofaktoren grundlegend geändert. Unser Team beobachtet die Entwicklungen und die Datenlage sehr genau und aktualisiert Adas Wissen zu den veränderten Wahrscheinlichkeiten und Risikofaktoren. Das bedeutet konkret, dass sich mit der weltweiten Ausbreitung des Virus und der damit verbundenen höheren Infektionswahrscheinlichkeit auch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Ada das Coronavirus als einen möglichen Grund für die Beschwerden nennt.

Gleichzeitig gilt es zu berücksichtigen, dass die Anzahl an Atemwegsinfektionen in den Wintermonaten immer deutlich ansteigt. Die Symptome, die beispielsweise mit einer Grippe oder einer Lungenentzündung einhergehen, sind denen einer Coronavirus-Infektion in der Regel sehr ähnlich. Da die Wahrscheinlichkeit einer dieser Erkrankungen zu haben nach wie vor höher ist, als sich mit dem Coronavirus zu infizieren, wird Ada bei einer entsprechenden unklaren Symptomkonstellation diese häufig auch als die wahrscheinlichere Ursache erkennen.

3 - Care-Navigation

Je nachdem welche Erkrankung als die wahrscheinlichste eingeschätzt wird, schlägt Ada passende nächste Schritte vor. Wenn Ada COVID-19 als eine mögliche Ursache für die Symptome identifiziert, erhält der User also entsprechende Handlungsvorschläge. Diese Hinweise werden von uns fortlaufend aktualisiert, um sicherzustellen, dass sie im Einklang mit den Empfehlungen der globalen Gesundheitsorganisationen stehen.

Diese Empfehlungen fokussieren sich aktuell insbesondere darauf, dass Betroffene grundsätzlich zunächst telefonischen Kontakt zu einem Arzt, dem Krankenhaus oder den lokalen Gesundheitsbehörden aufnehmen sollen, bevor sie persönlich dort vorstellig werden. Darüber hinaus geben wir Hinweise zu Hygienemaßnahmen und Selbstisolation. Diese Empfehlungen werden wir für unsere Partner anpassen, um nicht nur sicherzustellen, dass sie auf dem neuesten Stand sind, sondern auch mit den regionalen Richtlinien übereinstimmen.

Darüber hinaus erhalten User in Adas medizinischer Bibliothek eine ausführliche Beschreibung der Corona-Erkrankung sowie weitere Ratschläge zum bestmöglichen Umgang.

Was sind die nächsten Schritte?

Wir werden die medizinischen und wissenschaftlichen Entwicklungen und Daten rund um die Ausbreitung des Coronavirus weiterhin genau beobachten und das System fortlaufend aktualisieren, um sicherzustellen, dass die medizinische Wissensdatenbank, die medizinische KI und die Care-Navigation auf dem neuesten Stand sind.

Wir sind davon überzeugt, dass in der aktuellen Pandemie, Tools wie Ada insbesondere dadurch einen Beitrag leisten können, indem sie helfen, zwischen schweren und weniger schweren Verläufen zu unterscheiden. Dabei erhalten Betroffene an ihre spezifische Situation angepasste Hinweise zu den Maßnahmen, die sie ergreifen sollten. Gerade weil beispielsweise bestimmte Altersgruppen oder Menschen mit Vorerkrankungen besonders gefährdet sind, ist es wichtig, Menschen zielgenau zu beraten. Abhängig von der jeweiligen Situation, in der sich der User befindet, kann beispielsweise der Hinweis gegeben werden, zuhause zu genesen, oder nach vorheriger Rücksprache mit dem Arzt oder den Gesundheitsbehörden, ärztliche Hilfe zu suchen.

Dies kann entscheidend dazu beitragen, die Gesundheitssysteme weltweit, die aktuell sehr stark unter Druck stehen, zu entlasten. So wird sichergestellt, dass die Kapazitäten denjenigen zur Verfügung stehen, die diese am dringendsten benötigen.

Wir arbeiten mit Hochdruck an Lösungen, die Menschen in dieser schwierigen Situation bei einem strukturierten Zugang zu medizinischer Versorgung unterstützen und so die Belastung der Gesundheitssysteme verringern.

Hierfür werden wir mit Partnern auf der ganzen Welt zusammenarbeiten, damit so viele Menschen wie möglich von diesen Lösungen profitieren können.

Wir werden in unserem Blog unsere Nutzer über neue Entwicklungen auf dem Laufenden halten. In der Zwischenzeit empfehlen wir darüber hinaus jedem, die offizielle Websites der jeweiligen Regierung bzw. der offiziellen Gesundheitsbehörden zu besuchen, um sich dort über die aktuelle Situation zu informieren.


Autor:

Dr. Andreas Gilsdorf

Andreas ist Adas Director of Epidemiology and Public Health.