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Bauchschmerzen

Verfasst von Adas medizinischem Fachpersonal

Aktualisiert am

Dieser Artikel enthält Informationen zur Selbstbehandlung der Erkrankung. Für weitere Fragen oder Rat zur Behandlung, wende Dich an eine:n Ärzt:in.

Was sind Bauchschmerzen?

Bauchschmerzen – oft auch Bauchweh genannt – sind sehr häufig und es gibt kaum jemanden, der noch nie Schmerzen im Bauch hatte. Das liegt unter anderem daran, dass es eine Vielzahl von möglichen Ursachen gibt. Bauchweh kann auftreten, ohne dass sich medizinisch eine Erkrankung feststellen läßt. Sie können aber auch durch Verdauungsprobleme, Entzündungen oder Infektionen verursacht werden.

Die empfundenen Schmerzen können verschieden stark sein und werden von jeder Person als unterschiedlich belastend wahrgenommen. Häufig stehen sie in Verbindung mit Übelkeit, Erbrechen oder Verdauungsbeschwerden. Grundsätzlich können alle Menschen Bauchschmerzen entwickeln, junge Frauen sind jedoch etwas häufiger betroffen.

Eine ärztliche Untersuchung kann helfen, eventuelle Erkrankungen als Ursache der Beschwerden auszuschließen. In vielen Fällen lassen sich die Schmerzen aber auch zuhause ohne fremde Hilfe gut behandeln.

Gängige Hausmittel gegen Bauchschmerzen sind unter anderem beruhigende Tees, Massagen, leichte Bewegung und die richtige Ernährung. Bauchschmerzen, die nicht von einer Krankheit verursacht werden, verschwinden meist nach einigen Stunden wieder von selbst.

Wenn Du genauer wissen möchtest, woher Deine Bauchschmerzen kommen könnten, kannst Du kostenlos deine Symptome in der Ada App überprüfen und Deine Beschwerden bewerten zu lassen.

Was sind die Ursachen von Bauchschmerzen?

Es gibt viele verschiedene Ursachen für Bauchschmerzen. Sehr häufig findet man aber auch keine direkte Ursache, was eine Behandlung dann erschwert.

Bauchschmerzen ohne Erkrankung oder ohne besonderen Grund

Am häufigsten treten Bauchschmerzen spontan und ohne besonderen Grund auf. In diesen Fällen könnten auch Ärzte und Ärztinnen keine Erkrankung feststellen. Diese Bauchschmerzen lassen häufig nach wenigen Stunden von selbst nach und können gut zuhause behandelt werden.

Tatsächlich bekommen fast alle Menschen in ihrem Leben hin und wieder Bauchweh, manche häufiger und manche seltener. Bauchschmerzen bedeuten deshalb nicht sofort, dass man krank ist.

Zur Sicherheit sollte man bei bleibenden oder wiederkehrenden Bauchschmerzen ärztlichen Rat einholen, um Erkrankungen auszuschließen. Treten die Bauchschmerzen über 6 Monate hinweg regelmäßig auf, ohne dass eine Erkrankung gefunden werden kann, ist es möglich, dass es sich um funktionelle Bauchschmerzen handelt.[1]

Welche Erkrankungen können Bauchschmerzen auslösen?

Bauchschmerzen können durch viele verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, z.B. Infekte, Entzündungen und Geschwüre
  • Verdauungsprobleme jeder Art
  • Erkrankungen der Leber, Nieren, Milz, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Blinddarm oder Blase oder auch des Herzens, der Lunge oder der Wirbelsäule
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Psychische oder psychosomatische Ursachen, zum Beispiel bei Angst- und Panikstörungen.

Deshalb sollte man im Zweifel ärztlichen Rat einholen.[2]

Bauchschmerzen nach dem Essen

Bauchschmerzen können direkt oder einige Stunden nach dem Essen auftauchen. In diesen Fällen liegt das Problem oft bei der Verdauung, vor allen Dingen bei fettigen Nahrungsmitteln. Dies kann zu Rumoren und Gasbildung im Darm führen.

Die folgenden Nahrungsmittel können zu Verdauungsproblemen und Bauchschmerzen führen:

  • Rohkost
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen
  • Brokkoli und Rosenkohl
  • Zuckerhaltige Süßigkeiten in größeren Mengen
  • Sehr fettige Mahlzeiten, z.B. Braten.

Andere Ursachen für Bauchweh nach dem Essen sind Sodbrennen, Gallensteine oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten, welche ärztlich diagnostiziert werden müssen.

Was sind Symptome bei Bauchschmerzen?

Bauchschmerzen treten häufig in Verbindung mit anderen Beschwerden auf , zum Beispiel:[3]

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verstopfung.

Man sollte darauf achten, wann und wo genau die Schmerzen auftreten. Diese Informationen können bei einer ärztlichen Untersuchung hilfreich sein.[4]

Die folgenden Fragen sind hierbei besonders interessant:

  • Handelt es sich um Oberbauchschmerzen, Unterbauchschmerzen oder befindet sich der Schmerz in der Gegend des Bauchnabels?
  • Wandern sie oder bleiben sie am selben Ort?
  • Sind sie stechend oder eher drückend?
  • Treten sie immer morgens, abends oder nachts auf oder schmerzt es vielleicht nur direkt nach Mahlzeiten?

Wie werden Bauchschmerzen diagnostiziert?

Bauchschmerzen lassen sich wie alle Schmerzen kaum durch Tests bestätigen. Sie sind für die betroffene Person individuell verschieden stark und belastend. Es gibt verschiedene Versuche, Schmerzen messbar zu machen, zum Beispiel durch die Einordnung auf einer Skala von 0 (=kein Schmerz) bis 10 (=schlimmster vorstellbarer Schmerz).

Wichtig ist bei Bauchschmerzen außerdem, dass mögliche Erkrankungen als Ursache ausgeschlossen werden. Hier kannst Du mehr zu den Ursachen für wiederkehrende Bauchschmerzen nachlesen.

Was hilft gegen Bauchschmerzen?

Egal ob eine Ursache ausfindbar gemacht werden kann oder nicht, gibt es verschiedene Selbstbehandlungsmethoden, die zur Linderung von Bauchschmerzen angewandt werden können. Im Zweifel ist jedoch immer ärztlicher Rat einzuholen.

Hausmittel gegen Bauchschmerzen

Bei der Selbstbehandlung von Bauchweh zuhause gilt: Was sich gut anfühlt, ist auch gut. Im Umkehrschluss bedeutet das: Was unangenehm ist, sollte vermieden werden.

Viele Menschen haben berichtet, dass folgende Hausmittel helfen können:

  • Beruhigende Kräutertees, zum Beispiel Kamille, Anis, Kümmel oder Fenchel
  • Wärme, zum Beispiel durch eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen
  • Leichte Bewegung wie Spazierengehen
  • Genügend Ruhe
  • Anstrengung vermeiden
  • Ausreichendes Trinken, insbesondere bei Durchfall
  • Sanftes Massieren des Bauches im Uhrzeigersinn
  • Für eine ruhige Atmosphäre sorgen, z.B. mit entspannender Musik

Diese einfach anzuwendenden Mittel können häufig beim Lindern der Schmerzen helfen.[5]

Die richtige Ernährung bei Bauchschmerzen

Oft kann schon das richtige Essen bei Bauchschmerzen helfen. Folgende Ernährungstipps werden bei Bauchweh empfohlen:

  • Leichte, fettarme Schonkost
  • Geriebener Apfel oder Banane, keine sauren Zitrusfrüchte
  • Zwieback, Reis, Nudeln
  • Karotten, Fenchel oder Kürbis (gedünstet oder gekocht)
  • Möglichst wenig Milchprodukte
  • Genügend trinken (min. 1,5 Liter pro Tag für Erwachsene)
  • Alkohol vermeiden

Medikamente gegen Bauchschmerzen

Auch einfache Schmerzmittel, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt, können bei Bauchschmerzen helfen. Das Personal der Apotheke kann außerdem zu weiteren, häufig pflanzlichen Heilmitteln, beraten.

Besonders beliebt sind Mischungen aus Extrakten verschiedener Heilpflanzen.[6] Auch Probiotika könnten geeignet sein, um eine gesunde Darmflora herzustellen. Dabei sollte natürlich immer der Beipackzettel beachtet werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bauchschmerzen sind in den meisten Fällen kein Grund zur Besorgnis. Trotzdem macht es Sinn, beim nächsten Arzttermin einmal über die Beschwerden zu sprechen.

In ärztliche Behandlung sollte man gehen wenn die Bauchschmerzen:[3]

  • immer stärker werden
  • unaushaltbar schlimm schmerzen
  • sich verändern
  • häufig wiederkehren
  • nach 2 Tagen immer noch da sind

Bauchschmerzen als Notfall

Gibt es neben den Bauchschmerzen noch andere starke Beschwerden wie Luftnot, Bewusstseinsstörungen oder Blutungen, sollte der Notruf (112) gewählt werden.

Wie kann man Bauchschmerzen vermeiden?

Zum Vorbeugen von Bauchschmerzen gibt es keine allgemeingültige Methode. Je nach Ursache und persönlicher Situation gibt es verschiedene Möglichkeiten, Bauchschmerzen zu vermeiden.

Viele Menschen haben festgestellt, dass die folgenden Dinge helfen können:

  • Auf eine ausgewogene Ernährung achten
  • Die eigenen Allergien und Unverträglichkeiten kennen und vermeiden
  • Stress an der Arbeit oder zuhause abbauen
  • Weniger Alkohol trinken und weniger Rauchen
  • Mehrmals pro Woche Sport treiben oder längere Spaziergänge machen
  • Bekannte Erkrankungen konsequent behandeln

Kann man Bauchschmerzen heilen?

Die Aussichten für Personen mit Bauchschmerzen, die nicht durch eine Erkrankung verursacht werden, sind sehr gut. In diesen Fällen verschwinden die Bauchschmerzen ohne Behandlung nach wenigen Stunden wieder.

Auch die meisten Krankheiten, die Bauchschmerzen verursachen können, lassen sich gut behandeln. Bei komplizierten, sehr starken oder langanhaltenden Bauchschmerzen ist es sehr wichtig, rechtzeitig ärztlichen Rat einzuholen. Die richtige Behandlung kann in der Regel den Schmerz effektiv lindern.


  1. MSD Manual Ausgabe für Patienten. Chronische Bauchschmerzen und rezidivierende Bauchschmerzen - Verdauungsstörungen. Zugriff am: 18. Februar 2022

  2. Internisten im Netz. Ursachen von Bauchschmerzen. Zugriff am: 18. Februar 2022

  3. nhs.uk (2020). Stomach ache. Zugriff am: 18. Februar 2022

  4. Gesenhues S. (2004) Bauchschmerzen. In: Fischer G.C., Hesse E., Keseberg A., Lichte T., Romberg HP. (eds) Komplikationen in der Hausarztpraxis. Springer, Vienna. Zugriff am: 18. Februar 2022

  5. Deutsche Familienversicherung (2019). Bauchschmerzen: Ursachen, Symptome & Behandlung. Zugriff am: 18. Februar 2022

  6. aponet.de. Die besten Heilpflanzen für den Magen. Zugriff am: 18. Februar 2022