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Reizdarmsyndrom

Verfasst von Adas medizinischem Fachpersonal

Aktualisiert am

Dieser Artikel enthält Informationen zur Selbstbehandlung der Erkrankung. Für weitere Fragen oder Rat zur Behandlung, wende Dich an eine:n Ärzt:in.

Was ist das Reizdarmsyndrom?

Das Reizdarmsyndrom ist eine häufige Magen-Darm-Erkrankung, die sich auf die Verdauung auswirkt. Zu den typischen Symptomen zählen Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Verstopfung, Völlegefühl, Blähungen, Verkrampfungen und Magenschmerzen. Etwa 11% der Menschen weltweit sind vom Reizdarmsyndrom betroffen. In westlichen Ländern – zum Beispiel in den USA – sind Frauen häufiger von dieser Erkrankung betroffen. In anderen Ländern ist das Geschlechterverhältnis jedoch sehr anders. In Indien sind zum Beispiel zwischen 80 und 90 Prozent der Betroffenen Männer. Falls es in der Familienvorgeschichte Fälle vom Reizdarmsyndrom gibt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung höher.[1]

Betroffene können sehr unterschiedliche Kombinationen der möglichen Symptome eines Reizdarmsyndroms entwickeln. Daher sind je nach Fall unterschiedliche Behandlungsmethoden notwendig. Im Rahmen der Diagnosestellung sollten die Auslöser der Reizdarm Symptome gefunden werden. Diese befinden sich in der Regel im Magen-Darm-Bereich und hängen oft mit der Ernährungsweise und dem Lebensstil der betroffenen Person zusammen. Als Teil der Behandlung sollen diese Auslöser für das Reizdarmsyndrom möglichst vermieden werden.

Das Reizdarmsyndrom kann sich zu einer dauerhaften Erkrankungen entwickeln. Deswegen muss sie sorgsam behandelt werden. Um das Verdauungssystem einer betroffenen Person zu unterstützen, werden normalerweise verschiedene Veränderungen im Lebensstil und bei der Ernährung empfohlen. So sollen Völlegefühl, Verstopfung, Durchfall und andere Symptome gelindert und vermieden werden. Eine solche Veränderung ist beispielsweise eine so genannte FODMAP-arme Ernährung: hierbei werden bestimmte fermentierbare Kohlenhydrate vermieden (siehe auch Reizdarmsyndrom und Ernährung. Anhaltende Fälle von Reizdarm können mit Medikamenten behandelt werden.

Das Reizdarmsyndrom führt nicht zu Entzündungen oder bleibenden Schäden wie Blutungen oder Geschwüren. Es gibt auch kein erhöhtes Krebsrisiko.

Reizdarmsyndrom vs. chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Sowohl das Reizdarmsyndrom als auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wirken sich auf den Magen-Darm-Trakt und die Verdauung aus. Die Symptome bei beiden sind ähnlich: Magenschmerzen, Völlegefühl, Verstopfung, Durchfall und Magenkrämpfe. Allerdings sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen gefährlicher als das Reizdarmsyndrom.

CEDs sind eine Gruppe von Erkrankungen bei denen das körpereigene Immunsystem die Verdauung und den Magen-Darm-Trakt angreift. Hierzu gehören chronische Erkrankungen wie Colitis ulcerosa, die den Dickdarm angreift, und Morbus Crohn, die den gesamten Verdauungstrakt angreift und dabei die Oberfläche und das Gewebe des Darms beschädigt.[2]

Das Reizdarmsyndrom hingegen beeinflusst nur das Verhalten und die Funktion des Darms. Es handelt sich hierbei nicht um eine Autoimmun-Erkrankung. CEDs lösen kein Reizdarmsyndrom aus. Allerdings besteht bei Menschen mit CEDs eine größere Wahrscheinlichkeit, ein Reizdarmsyndrom zu entwickeln. Andersherum führt das Reizdarmsyndrom nicht zu einer größeren Wahrscheinlichkeit, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung zu entwickeln.[2]

Was sind Reizdarm-Symptome?

Ausgehend von den Symptomen können unterschiedliche Arten des Reizdarmsyndroms diagnostiziert werden. Betroffene können unterschiedliche Kombinationen der typischen Symptome erleben. Dazu gehören Völlegefühl, Durchfall, Verstopfung und schmerzhafte Bauchkrämpfe.

Reizdarm-Patienten können unter Durchfall oder Verstopfung oder unter beidem zusammen leiden, entweder gleichzeitig oder abwechselnd.

Typische Reizdarm-Symptome:[3]

Bauchschmerzen und -krämpfe

Bauchschmerzen und -krämpfe – vor allem im unteren Bauchbereich – sind eines der häufigsten Reizdarm-Symptome. Die Krämpfe können durch Verstopfung oder Durchfall ausgelöst werden. In der Regel werden sie nach Mahlzeiten schmerzhafter. Bei manchen Menschen mit einem Reizdarmsyndrom kann der Stuhlgang die Schmerzen verschlimmern. Bei anderen wiederum kann dieser die Symptome lindern.

Reizdarm-Durchfall als Hauptsymptom

Bei manchen Betroffenen ist Durchfall das Hauptsymptom des Reizdarmsyndroms. In diesem Fall kommt es mehr als dreimal täglich zu sehr dünnem, flüssigen Stuhlgang. Bei Menschen mit einem Reizdarmsyndrom kann der Durchfall sehr plötzlich eintreten, vor allem bei Kontakt mit einem der Auslöser der Symptome. Wenn Durchfall das Hauptsymptom des Reizdarms ist, spricht man manchmal auch von RDS-D (diarrhö-prädominantes Reizdarmsyndrom). Eine Ernährungsumstellung ist der erste Schritt der Behandlung von RDS-D gefolgt vom Einsatz von Medikamenten.[4]

Reizdarm-Verstopfung als Hauptsymptom

Betroffene eines Reizdarmsyndroms, bei denen Verstopfung das Hauptsymptom ist, haben weniger als drei mal pro Woche Stuhlgang. Wenn es dazu kommt, ist der Stuhl oft klein und fest. In solchen Fällen spricht man manchmal auch von RDS-O (obstipations-prädominantes Reizdarmsyndrom).

Gut zu wissen: RDS-O hat ähnliche Symptome (Völlegefühl, Bauchschmerzen, Probleme beim Stuhlgang) wie die sogenannte chronisch-idiopathische Verstopfung, eine andere häufige Magen-Darm-Erkrankung. Laut aktuellem Forschungsstand handelt es sich trotz dieser Gemeinsamkeiten um zwei unterschiedliche Erkrankungen, die unterschiedliche Behandlungen erfordern. Deswegen führen Ärzt:innen gründliche Testungen durch, um bei Betroffenen die richtige Diagnose zu stellen.[5]

Reizdarmsyndrom mit Durchfall und Verstopfung

Wenn eine Person mit einem Reizdarmsyndrom gleichermaßen von Verstopfung und Durchfall betroffen ist, nennt man das RDS-M (gemischtes Reizdarmsyndrom).

Stuhlzwang

Beim Stuhlzwang kommt es zu Krämpfen und Zuckungen im Enddarm. Nach erfolgreichem Stuhlgang bleibt hierbei das Gefühl bestehen, weiterhin auf die Toilette zu müssen. Dieses Gefühl kann zu Schmerzen und Krämpfen im Bauch sowie schmerzhaftem Stuhlgang führen.

Gut zu wissen: Stuhlzwang ist auch ein Symptom bei vielen anderen Magen-Darm-Erkrankungen. Normalerweise prüfen Ärzt:innen bei Patient:innen mit Stuhlzwang den Dickdarm auf eine Entzündung, um Erkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Darmkrebs auszuschließen.

Völlegefühl und Blähungen

Viele Menschen mit einem Reizdarmsyndrom entwickeln ein starkes Völlegefühl. Möglicherweise kann dies mit einer erhöhten Menge an Gasen im Magen-Darm-Trakt zusammenhängen. Allerdings erleben etwa die Hälfte der Betroffenen ein Völle- oder Druckgefühl im Bauch, ohne dass sich dort Gas angestaut hat.[6] Bei manchen Menschen mit einem Reizdarmsyndrom kommt es auch zu vermehrtem Aufstoßen.

Schleim im Stuhl

Schleimiger Stuhl ist ein häufiges Reizdarm-Symptom. Ist der Stuhl jedoch blutig, kann dies ein Hinweis auf eine ernsthaftere Erkrankung im Magen-Darm-Bereich sein. Bei Blut im Stuhl sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

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Was sind die Ursachen vom Reizdarmsyndrom?

Trotz langjähriger Forschung wurde bisher keine definitive Ursache für das Reizdarmsyndrom gefunden. Es gibt jedoch einige Faktoren, die zur Entwicklung der Erkrankung beitragen könnten: Infektionen, neurohormonelle Faktoren, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder bakterielle Überbesiedlung. Psychische Gesundheit, Veränderungen bei Hormonen oder das allgemeine Stresslevel könnten ebenfalls mögliche Ursachen sein.

Infektion

Manche Patient:innen erleben ihre ersten Reizdarm-Symptome nach einer akuten Entzündung des Dünndarms. Dieses so genannte post-infektiöse Reizdarmsyndrom kann sich durch eine Infektion über Viren, Bakterien, Protozoen oder Würmer entwickeln. Mehrere Studien haben gezeigt, dass sich Reizdarm-Symptome nach einer solchen Infektion verschlimmern können. Die tatsächliche Ursache für die Symptome muss jedoch näher erforscht werden.

Neurohormonelle Faktoren

Manche Betroffene erleben eine so genannte Hypersensibilität der Innereien. Das heißt, dass sie empfindlicher bei Schmerzen in den inneren Organen sind, z.B. wenn sich der Darm ausweitet oder sich Gase und Stuhl hindurch bewegen. Hier könnte ein Zusammenhang mit Reizdarm-Symptomen wie Bauchschmerzen, plötzlicher Stuhldrang oder Völlegefühl bestehen. Allerdings ist die genaue Ursache dieser Hypersensibilität nicht bekannt.[7] Es kann auch sein, dass das Gehirn von Menschen mit einem Reizdarmsyndrom Schmerzen anders verarbeitet, oder dass die Signale zwischen Gehirn und Darm auf andere Art durch die Erkrankung beeinflusst werden.[8]

Bei Menschen mit einem Reizdarmsyndrom können auch Neurotransmitter und Sexualhormone aus dem Gleichgewicht sein. Dies kann durch Hormonschwankungen ausgelöst werden, wie es zum Beispiel im Menstruationszyklus der Fall ist. Der mögliche Einfluss von Sexualhormonen auf das Reizdarmsyndrom könnte erklären, warum in vielen Ländern etwa doppelt so viele Frauen wie Männer von der Erkrankung betroffen sind.[9]

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Bei manchen Betroffenen tauchen Reizdarm-Symptome als Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel auf, die sie nicht vertragen. Dazu gehören: Weizen; Milchprodukte; fettige, sahnige oder frittierte Lebensmittel; Lauchpflanzen wie Zwiebeln oder Knoblauch; Steinfrüchte und andere Fruchtarten; Kohlpflanzen wie Kohlköpfe, Blumen- oder Rosenkohl; Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen oder Chilis.

Das Verzichten auf bestimmte Nahrungsmittel kann erwiesenermaßen die Symptome eines Reizdarmsyndroms lindern. Welche das sind, unterscheidet sich allerdings von Fall zu Fall. Der Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und dem Reizdarmsyndrom noch näher untersucht werden.

Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB)

Bei einer Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB) sammeln sich zu viele Darmbakterien im Dünndarm. Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen DDFB und dem Reizdarmsyndrom nahelegen. Bei manchen Betroffenen konnten Antibiotika die Reizdarm-Symptome lindern.[10] Es ist allerdings nicht klar, ob die Antibiotika sich direkt auf den Reizdarm auswirken oder ihn auf eine andere Art beeinflussen.

Malabsorption von Fruchtzucker

Bei manchen Menschen werden Reizdarm-Symptome ausgelöst, wenn das Verdauungssystem Fruktose nicht richtig aufnehmen kann. Fruktose ist eine Zuckerart, die in Früchten und manchen Gemüsesorten zu finden ist. Oft wird Fruktose auch als Süßungsmittel in industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln verwendet. Wenn Fruktose bei der Verdauung nicht richtig aufgenommen wird, kann sie im Dickdarm gären. So können sich Symptome wie Blähungen, Völlegefühl und Durchfall entwickeln. Bei Betroffenen mit Verdacht auf eine solche Fehlabsorption kann das Essen fruktose-armer Nahrungsmittel die Symptome lindern.

Weitere Faktoren

Das Reizdarmsyndrom wird oft mit psychologischen Faktoren wie Stress, Angststörungen oder Depression in Zusammenhang gebracht. In diesen Fällen ist gezieltes Stress-Management eine mögliche Behandlungsoption. Ob man an einem Reizdarmsyndrom erkrankt, könnte erbliche Faktoren haben. Allerdings gibt es hierfür nur wenige Hinweise.

Wie wird ein Reizdarm diagnostiziert?

Bei der Diagnose eines Reizdarmsyndroms werden auftauchende Symptome üblicherweise zwischen drei und sechs Monate lang beobachtet. Dies ist oft sinnvoller als eine körperliche Untersuchung oder eine Darmspiegelung. Betroffene können bei der Diagnose helfen, indem sie ein Tagebuch zu ihren Symptomen und ihrer Ernährung führen. So können mögliche Auslöser für die Reizdarm-Symptome identifiziert werden.

Eine Darmspiegelung reicht normalerweise nicht aus, um eine Diagnose eines Reizdarmsyndroms sicherzustellen. Allerdings kann sie dabei helfen, andere mögliche Probleme auszuschließen. Bei einer Darmspiegelung wird der Dickdarm mit Hilfe einer Kamera an einem dünnen, biegsamen Schlauch (ein so genanntes Koloskop) untersucht, das durch den Anus eingeführt wird. Hier gibt es weitere Informationen zur Vorbereitung auf eine Darmspiegelung (Englisch).

Es gibt weitere Maßnahmen für eine mögliche Diagnose des Reizdarmsyndroms: Blut- oder Stuhlproben, eine so genannte flexible Sigmoidoskopie oder eine Röntgenuntersuchung mit Hilfe von Barium.[11]

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Wie kann man einen Reizdarm behandeln?

Zu den Behandlungsmöglichkeiten eines Reizdarms gehören:

Veränderungen des Lebensstils

Der erste Ansatz ist üblicherweise eine Anpassung des Lebensstils oder der Ernährung.

Behandlung von Stress und Angststörungen

Ein häufiger Behandlungsansatz ist das Management von Stress und Angststörungen. Manche Betroffene haben spezifische Angststörungen im Zusammenhang mit Reizdarm-Symptomen. So halten sie sich von Situationen fern, in denen ihr Reizdarm für Schwierigkeiten sorgen könnte. Dies kann die Angststörungen verschlimmern und so entsteht ein Teufelskreis, in dem sich die Symptome verschlimmern können.

Um diesem Kreislauf zu entkommen und die eigene mentale Belastung besser zu handhaben, gibt es unterschiedliche Therapieansätze: Verhaltenstherapie, Psychotherapie, Entspannungstherapie, Biofeedback-Therapie oder Hypnotherapie. Eine weitere Möglichkeit ist die Selbstbehandlung, zum Beispiel in Form von Meditation, Yoga oder Sport.

Reizdarmsyndrom und Ernährung

Betroffene eines Reizdarmsyndroms haben unterschiedliche Auslöser für ihre Symptome. Bei Unverträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel ist der erste Behandlungsansatz das Verzichten auf die jeweiligen Nahrungsmittel. Vielen hilft es, auf Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an FODMAP zu verzichten. FODMAP steht für Fermentable Oligo-, Di-, Monosaccharides And Polyols. Hierbei handelt es sich um fermentierbare Kohlenhydrate, die Teil einer durchschnittlichen Ernährung sind, allerdings vom Dünndarm nicht gut aufgenommen werden.[12]

Hier sind einige Beispiele von FODMAP-armen Nahrungsmitteln, die dabei helfen können, Reizdarm-Symptome zu lindern:[12]

  • Laktosefreie oder laktosearme Milchprodukte, zum Beispiel laktosefreie Milch oder Hartkäse wie Cheddar
  • Fruktosearme Früchte wie Orangen, Kiwis oder Erdbeeren
  • Fructanearme Gemüsesorten wie Bohnensprossen, Karotten, Auberginen,
  • Kartoffeln, Oliven oder Rüben
  • Protein in Form von magerem Fleisch oder Tofu
  • Glutenfreies Getreide

Im Gegensatz dazu können folgende FODMAP-reiche Nahrungsmittel die Reizdarm-Symptome eventuell verschlimmern:[12]

  • Laktose, zum Beispiel aus Kuhmilch, Joghurt oder Sahne
  • Fruktose, zum Beispiel in süßen Früchten wie Äpfeln, Birnen oder Pfirsichen
  • Fructane, zu finden in Gemüsesorten wie Artischocken, Knoblauch, Brokkoli, rote Beete und in Getreidesorten wie Weizen und Roggen
  • Polyole, also Süßstoffe wie Sorbitol oder Xylitol in zuckerfreien Produkten

Eine andere mögliche Anpassung der Ernährung bei Reizdarm ist ein Wechsel auf kleinere aber häufigere Mahlzeiten. Langsameres Essen kann die Blähungen und das Völlegefühl lindern. Abseits von individuellen Nahrungsunverträglichkeiten, gibt es verschiedene Nahrungsmittel, die häufig mit Bauchkrämpfen und Durchfall in Verbindung gebracht werden: Kaffee, Koffein, Alkohol, fettiges Essen sowie schwer-verdauliche Zucker wie Sorbitol oder Fruktose. Bohnen, Rosinen und Brot können Blähungen auslösen und auch eine Laktoseintoleranz kann Reizdarm-Symptome auslösen.

Nahrungsmittel mit vielen Ballaststoffen können den Stuhlgang verbessern und zur Gesundheit des Magen-Darm-Traktes beitragen. Allerdings kann eine Ernährungsweise mit übermäßig vielen Ballaststoffen auch zu Blähungen und Durchfall führen.

Was für Reizdarm-Medikamente gibt es?

Es gibt Reizdarm-Medikamente für mittelschwere bis schwere Reizdarm-Symptome. Dazu gehören:

Durchfallmittel

Gegen einen auftretenden Durchfall werden gerne rezeptfreie Durchfallmittel wie Loperamid (Imodium) verwendet. Bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten kommen häufig Diphenoxylat (Lomotil, Lomocot) und Atropin zum Einsatz.

Anticholinergika und krampflösende Mittel

Krampflösende Mittel – wie Dicyclomin (Bentyl) und Hyoscyamin (Levsin) – sowie Anticholinergika werden oft verschrieben, um schmerzhafte Bauchkrämpfe zu mindern. Relaxanzien für die glatte Muskulatur (Mittel, die unter anderem die Muskeln im Bereich des Verdauungstrakts entspannen) wie Alverin, Mebeverin und Pfefferminzöl können ebenfalls verwendet werden.

Antidepressiva

Betroffenen von Reizdarmsyndrom und Depression werden manchmal Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) wie Fluoxetin (Prozac, Sarafem) oder Paroxetin (Paxil) oder trizyklische Antidepressiva wie Nortriptylin (Pamelor), Imipramin (Tofranil) oder Desipramin (Norpramin) verschrieben. Antidepressiva werden auch manchmal verschrieben, wenn keine Depression vorliegt. Das liegt an der Wirkung der Medikamente auf die Verbindung zwischen Gehirn und Darm.

Probiotika und Antibiotika

Wenn die Bakterien der Darmflora aus dem Gleichgewicht sind, kann das die Darmfunktion und die allgemeine Gesundheit beeinträchtigen. Durch probiotische Mittel können dem System gesunde Bakterien zugeführt werden. Die Wirksamkeit dieser Methode muss noch weiter erforscht werden. Allerdings hat sie einigen Betroffenen vom Reizdarmsyndrom mit ihren Symptomen geholfen. Bifidobacterium infantis ist das am besten erforschte Probiotikum.

Manche Fälle von Reizdarm könnten mit einer Überbesiedlung oder eine Infektion schädlicher Bakterien im Darm zusammenhängen. Daher sind Antibiotika manchmal eine mögliche Behandlungsmethode. Das Antibiotikum Xifaxan (Rifaximin) kann dann beispielsweise zum Einsatz kommen.

Reizdarm FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einem Reizdarmsyndrom und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?

Das Reizdarmsyndrom wird oft mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) verwechselt. Die Symptome sind zwar ähnlich, doch CEDs sorgen für Entzündungen des Darms. Bei Reizdarm ist das nicht der Fall. Wenn Betroffene des Reizdarmsyndroms blutigen Stuhl haben, Gewicht verlieren oder extreme Krämpfe erleben, sollten sie ärztlichen Rat aufsuchen. In diesen Fällen muss untersucht werden, ob eine CED oder eine andere schwere Erkrankung vorliegt.

Kann ein Reizdarmsyndrom zu Krebs führen? Ist Reizdarm tödlich?

Das Reizdarmsyndrom hat keinen Einfluss auf das Krebsrisiko und ist nicht tödlich.

Kann das Reizdarmsyndrom geheilt werden?

Die Symptome und die nötigen Behandlungsmethoden können sich bei Reizdarm von Person zu Person unterscheiden. Deswegen gibt es kein allgemeines Heilmittel gegen das Reizdarmsyndrom. Es ist möglich, die Symptome zu behandeln und zu lindern. Manchmal können Betroffene die Symptome ganz überwinden.

Muss man gegen Reizdarm Medikamente einnehmen?

In vielen Fällen lässt sich Reizdarm durch Anpassungen in der Ernährung oder im Lebensstil behandeln. Hierbei sollte vorher ärztlicher Rat eingeholt werden.

Andere Namen für das Reizdarmsyndrom

Spastisches Kolon


  1. The epidemiology of irritable bowel syndrome.” Clinical Epidemiology. 4. Februar 2014. Zugriff am: 27. April 2018.

  2. Inflammatory bowel disease and irritable bowel syndrome: similarities and differences.” Crohn’s and Colitis Foundation of America. 2018. Zugriff am: 27. April 2018.

  3. Irritable Bowel Syndrome.” National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases. Zugriff am: 15. September 2017

  4. Diagnosis and treatment of diarrhea-predominant irritable bowel syndrome.” International Journal of General Medicine. 11. Februar 2016. Zugriff am: 27. April 2018.

  5. Chronic Constipation and Constipation-Predominant IBS: Separate and Distinct Disorders or a Spectrum of Disease?” Gastroenterology & Hepatology. März 2016. Zugriff am: 27. April 2018.

  6. Bloating.” The IBS Network. 2018. Zugriff am: 27. April 2018.

  7. Irritable Bowel Syndrome (IBS).” National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases. Zugriff am: 15. September 2017

  8. Irritable Bowel Syndrome.” National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases. Zugriff am: 15. September 2017

  9. Irritable Bowel Syndrome.” National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases. Zugriff am: 15. September 2017

  10. Irritable bowel syndrome clearly linked to gut bacteria.” Science Daily. Zugriff am: 15. September 2017

  11. Irritable Bowel Syndrome (IBS).” National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases.Zugriff am: 15. September 2017

  12. Try a FODMAPs diet to manage irritable bowel syndrome.” Harvard Health Publishing. 29. Juli 2015. Zugriff am: 27. April 2018.