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Affenpocken: Was Wir Darüber Wissen

Illustration des Affenpocken-VIrus

Sicher hast Du schon gehört, dass sich die so genannten „Affenpocken“ in Teilen der Welt ausbreiten, wo sie normalerweise nicht vorkommen. 

Viele Leute verfolgen die Nachrichten und haben wahrscheinlich einige Fragen zu dieser Erkrankung. Wir sind hier, um sie zu beantworten. Falls Du auch genauer verstehen willst, was Affenpocken sind, bist Du hier richtig.

Bevor wir beginnen, eine wichtige Information: Affenpocken stellen für die meisten Menschen keine ernsthafte Bedrohung dar. In den häufigsten Fällen verschwinden die Pocken innerhalb weniger Wochen ohne medikamentöse Behandlung.ref1 Schwangere, Kinder und Menschen mit Immunerkrankungen könnten jedoch einen schwereren Verlauf entwickeln.ref1

Was ist passiert?

Gesundheitsbehörden sind derzeit alarmiert, weil Wissenschaftler:innen auf Fälle von Affenpocken in Europa, Amerika und Australien gestoßen sind.ref1 Das ist Grund zur Sorge, denn die Erkrankung taucht außerhalb von zentral- und westafrikanischen Ländern eher selten auf.ref1

Derzeit sind die Fallzahlen noch gering (Stand: 21. Mai 2022), steigen allerdings täglich an. Bislang hat der aktuelle Ausbruch der Erkrankung noch nicht zu Todesfällen geführt.ref1

Was sind Affenpocken?

Das Affenpocken-Virus wurde von Wissenschaftler:innen im Jahr 1958 bei Affen entdeckt. Daher hat es seinen Namen.ref1 Im Menschen wurde es zum ersten Mal im Jahr 1970 gefunden.ref1

Die Affenpocken stammen von der gleichen Virusfamilie wie die Pockenkrankheit ab. Allerdings ist es eine weitaus weniger schwere Erkrankung.ref1 Es gibt zwei Arten von Affenpocken: die Westafrika- und die Kongobecken-Variante. Alle bisher identifizierten Fälle des aktuellen Ausbruchs wurden von der westafrikanischen Variante ausgelöst. Dies ist die weniger gefährlichere Art.ref1

Welche Symptome haben Affenpocken?

In der Regel lösen Affenpocken Fieber und einen für die Erkrankung charakteristischen Ausschlag aus. Weitere Symptome sind:ref1

  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten

Der Affenpocken-Ausschlag taucht üblicherweise auf dem Gesicht, auf den Händen und auf den Füßen auf. Allerdings können auch andere Teile des Körpers betroffen sein. Der Ausschlag verkrustet mit der Zeit, und löst sich dann ab.ref2 

Wie kann man Affenpocken behandeln?

Die normale Pockenschutzimpfung kann in bis zu 85% der Fälle einer Infektion mit den Affenpocken vorbeugen. Es gibt auch virenhemmende Medikamente, die nach einer Infektion mit Affenpocken effektiv sein können.ref2  

Für die meisten Betroffenen ist eine medikamentöse Behandlung allerdings nicht notwendig.ref2

Wie breiten sich Affenpocken aus?

Man kann sich mit Affenpocken anstecken, wenn man Kontakt mit infizierten Tieren oder Menschen hat.ref1 Eine Übertragung geschieht durch Hautkontakt, Austausch von Körperflüssigkeiten und durch Tröpfchen, die beim Sprechen und Atmen ausgestoßen werden können.ref1

Warum breiten sich die Affenpocken gerade jetzt aus?

Die steigende Anzahl an Fällen von Affenpocken könnte auf den weltweiten Rückgang der Pockenschutzimpfungen in den 1980ern zurückzuführen sein.ref3 Deswegen sind die meisten Menschen unter 45 Jahren nicht ausreichend vor Affenpocken und ähnlichen Viren geschützt.

Muss ich mir wegen Affenpocken Sorgen machen?

Gesundheitsbehörden sind derzeit in Alarmbereitschaft, weil die Situation ungewöhnlich ist. Allerdings sind sich die meisten Wissenschaftler:innen einig, dass es nicht zu einer Pandemie wie bei COVID-19 kommen wird.

Ein Grund dafür ist, dass das Affenpocken-Virus keine neue Entdeckung ist. Wir haben bereits effektive Impfstoffe und Behandlungsmöglichkeiten für die Erkrankung. Außerdem breiten sich Affenpocken langsamer als COVID-19 aus. Des Weiteren lässt sich durch den Ausschlag leicht feststellen, ob man infiziert ist und sich deshalb von anderen Menschen fern halten sollte.

Bei steigenden Fallzahlen sollten man auf jeden Fall vorsichtig sein. Allerdings gibt es zurzeit keinen Grund zur Panik.


  1. WHO (2022). Multi-country monkeypox outbreak in non-endemic countries. Zugriff am: 27. Mai, 2022.

  2. WHO (2022). Monkeypox. Fact Sheet. Zugriff am: 27. Mai, 2022.

  3. Bunge EM, et al. (2022). The changing epidemiology of human monkeypox-A potential threat? A systematic review. Zugriff am: 27. Mai, 2022.