Postinfektiöse Glomerulonephritis

Was ist postinfektiöse Glomerulonephritis?

Die postinfektiöse Glomerulonephritis ist eine Erkrankung der Nieren, die nach einer Infektion durch Streptokokken-Bakterien auftritt. Streptokokken-Bakterien verursachen sehr häufig Infektionen der Mandeln und der Haut. Diese Erkrankung tritt tendenziell bei Kindern im Alter zwischen fünf und 12 Jahren und bei Erwachsenen über 60 Jahren auf. Die Symptome sind Schwellungen der Beine, der Hände und des Gesichts sowie Blut im Urin. Die meisten Menschen entwickeln zudem einen hohen Blutdruck. Häufig gibt es keine spezifische Behandlung für diese Erkrankung, die Infektion sollte jedoch behandelt werden. Es können außerdem Maßnahmen erforderlich sein, um die Genesung der Nieren zu fördern. Kinder erholen sich normalerweise innerhalb von sechs bis acht Wochen sehr gut von dieser Erkrankung. Bei Erwachsenen treten mit höherer Wahrscheinlichkeit Komplikationen auf, darunter Bluthochdruck und Nierenschäden.

Risiken

Die Nieren sind zwei Organe, die sich unterhalb der Rippen im Rücken befinden und für die Filterung von Giftstoffen aus dem Blut sowie für das Gleichgewicht zwischen Flüssigkeit und Elektrolyten verantwortlich sind. Wenn die kleinen Filtereinheiten der Niere (die Glomeruli) sich entzünden und anschwellen, nennt man dies Glomerulonephritis. Es gibt verschiedene mögliche Ursachen, darunter Autoimmunerkrankungen (wenn das Immunsystem fälschlicherweise gesundes Körpergewebe angreift), als Folge einer Infektion und im Rahmen mancher Krankheiten, wie z. B. Diabetes und einige Krebsarten. Die Glomerulonephritis nach einer Infektion mit Streptokokken-Bakterien ist eine der häufigsten Ursachen von Nierenerkrankungen bei Kindern weltweit, obwohl sie in Ländern mit guter medizinischer Versorgung selten ist. Die Streptokokken verursachen am häufigsten Mandelentzündungen und Hautinfektionen. Es wird vermutet, dass dies die Ursache der Glomerulonephritis ist, da das Immunsystem die Nierenzellen mit den Streptokokken-Bakterien verwechselt. Diese Erkrankung tritt bei Kindern im Alter zwischen fünf und 12 Jahren und bei Erwachsenen über 60 Jahren am häufigsten auf. Sie betrifft Männer und Frauen gleichermaßen.

Symptome

Die Symptome können in ihrer Schwere von Person zu Person variieren. Die häufigsten Symptome sind roter oder brauner Urin und ein Anschwellen der Füße und Beine. Menschen mit dieser Erkrankung entwickeln zudem einen Bluthochdruck, dieser weist normalerweise jedoch keine Symptome auf. Diese Symptome können von anderen Beschwerden wie z. B. Seitenschmerzen, einem Schwächegefühl und einer lediglich geringen Urinmenge beim Wasserlassen begleitet werden. Manche Menschen können Atemnot oder einen Husten entwickeln. Die Symptome treten innerhalb von drei Wochen nach einer bakteriellen Infektion auf.

Diagnose

Eine Vermutung hinsichtlich der Diagnose kann basierend auf den Symptomen und einer körperlichen Untersuchung der Person, die vor kurzem an einer bakteriellen Infektion erkrankt ist, aufgestellt werden. Blut- und Urintests helfen bei der Bestätigung der Diagnose und sind notwendig für die Beobachtung der Nierenfunktion und der Genesung. Häufig wird auch eine Ultraschalluntersuchung der Nieren durchgeführt. Wenn die Diagnose ungewiss ist, kann eine kleine Probe der Niere (Biopsie) entnommen und untersucht werden, um die Ursache der Nierenprobleme zu bestimmen.

Behandlung

Die Behandlung einer postinfektiösen Glomerulonephritis umfasst normalerweise die Therapie der bakteriellen Infektion (wenn notwendig), die Beobachtung und Unterstützung der Nierenfunktion und die Behandlung der Symptome. Es gibt keine spezifische Behandlung für diese Erkrankung. Bei der Behandlung können harntreibende Medikamente eingesetzt werden, um die Flüssigkeitsmenge im Körper zu verringern, sowie Medikamente, die den Blutdruck senken. Wenn es zu einem schweren Nierenschaden gekommen ist, kann eine Dialyse erforderlich sein, um die Person zu unterstützen, solange sich die Nieren erholen.

Prognose

Diese Form der Glomerulonephritis bessert sich normalerweise innerhalb von sechs bis acht Wochen. Die meisten Menschen erholen sich ohne bleibende Nierenschäden. Erwachsene und Kinder, bei denen diese Erkrankung wiederholt auftritt, entwickeln mit höherer Wahrscheinlichkeit Bluthochdruck und Nierenprobleme, selbst viele Jahre nach der ursprünglichen Glomerulonephritis.

Vorsorge

Die Diagnose und die Behandlung einer bakteriellen Mandelentzündung können bei manchen Menschen verhindern, dass sich eine postinfektiöse Glomerulonephritis entwickelt.

Andere Bezeichnung für postinfektiöse Glomerulonephritis

  • Nierenentzündung infolge einer bakteriellen Infektion