1. Ada
  2. Krankheiten
  3. Vitamin-B12-Mangel

Vitamin-B12-Mangel

Verfasst von Adas medizinischem Fachpersonal

Aktualisiert am

Was ist Vitamin-B12-Mangel?

Ein Vitamin-B12-Mangel tritt auf, wenn im Körper nicht genug Vitamin B12 vorhanden ist. Dieses Vitamin ist notwendig für die Produktion roter Blutkörperchen. Außerdem wird es für ein gesundes Nervensystem gebraucht.

Wer zu wenig Vitamin B12 im Körper hat, kann an Blutarmut erkranken oder andere Gesundheitsprobleme entwickeln.[1][2] Blutarmut – auch Anämie genannt – ist eine Erkrankung bei der der Körper nicht genügend gesunder roter Blutkörperchen produzieren kann. Außerdem spricht man von Blutarmut, wenn der Körper nicht hinreichend Hämoglobin herstellt, die Substanz die dafür sorgt, dass Sauerstoff durch den Körper transportiert wird.

Es gibt unterschiedliche Arten von Anämie, die jeweils eigene Ursachen und Symptome haben. Ein Vitamin-B12-Mangel kann beispielsweise zu einer sogenannten megaloblastischen Anämie führen. Bei dieser Erkrankung sind die roten Blutkörperchen größer als üblich und funktionieren daher nicht mehr richtig.[2][3]

Für viele Menschen sind eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung genug, um ausreichend Vitamin B12 aufzunehmen.[2] Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte sind gute Quellen von Vitamin B12.

Obwohl man genügend Vitamin B12 über die Nahrung aufnehmen kann, ist Vitamin-B12-Mangel trotzdem keine seltene Erkrankung. Vor allen Dingen Menschen über 50, Menstruierende vor ihren Wechseljahren sowie Menschen, die sich streng vegan ernähren, sind davon betroffen.[4][5]

Wenn man zu wenig Vitamin B12 im Körper hat, kann das unterschiedliche Gründe haben. Eine der häufigsten Ursachen für Vitamin-B12-Mangel ist eine sogenannte perniziöse Anämie. Bei dieser Erkrankung entstehen Antikörper gegen die Parietalzellen des Magens und den Intrinsic Factor, ein Protein das in den Magenzellen gebildet wird und für die Aufnahme von Vitamin B 12 notwendig ist. Es gibt auch andere, seltenere Ursachen für Vitamin-B12-Mangel. Dazu gehören unter anderem Magen-Darm-Erkrankungen, einseitige Ernährung sowie bestimmte Medikamente.[1][6]

Vitamin B12 Mangel Symptome können sehr unterschiedlich sein und entwickeln sich mit der Zeit. Unter anderem zählen dazu allgemeine Symptome einer Anämie wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Es gibt auch Symptome für Vitamin-B12-Mangel, die für diese Erkrankung spezifisch sind. Dazu gehören eine Gelbfärbung der Haut oder eine rote, brennende Zunge.

Wenn man die Symptome des Vitamin-B12-Mangels ignoriert, können sie sich verschlimmern. Außerdem können sich bleibenden Schäden an den Nerven und am Gehirn entwickeln. Darüber hinaus erhöht sich das Risiko für schwerwiegende Komplikationen, wie zum Beispiel Herzversagen.[3][7] Deswegen sollte man bei derartigen Symptomen ärztlichen Rat aufsuchen.

Glaubst Du, einen Vitamin-B12-Mangel zu haben? Check Deine Symptome mit der kostenlosen Ada-App. Oder schau Dir zuerst genau an, wie Adas Symptom-Checker funktioniert.

Symptome von Vitamin-B12-Mangel

Menschen mit Vitamin-B12-Mangel können allgemeine Symptome einer Anämie entwickeln. Darüber hinaus gibt es noch Symptome, die für einen Vitamin-B12-Mangel spezifisch sind.

Zu den spezifischen Symptomen eines Vitamin-B12-Mangels zählen:[2][8][7][9]

  • Blassgelbe Hautfarbe
  • Schmerzende, gerötete Zunge
  • Mundgeschwüre und Aphthen
  • Verstopfung
  • Kribbeln, Taubheit oder andere merkwürdige Gefühle in den Händen, Beinen oder Füßen
  • Störungen in der Sicht
  • Schwierigkeiten beim Gehen oder beim Gleichgewicht halten
  • Merkliche Stimmungsschwankungen und emotionale oder mentale Veränderungen
  • Konzentrationsprobleme und (in schlimmen Fällen) Demenz
  • Erinnerungsverlust
  • Reizbarkeit
  • Depression
  • Psychose[3]

Bei einem Vitamin-B12-Mangel können sich Symptome langsam entwickeln und verschlimmern. Manche Symptome tauchen bei einem Vitamin-B12-Mangel ohne eine Anämie auf. In anderen Fällen kann es dazu kommen, dass trotz niedrigem Vitamin-B12-Wert keine Symptome auftreten.[7]

Es kann schwierig sein, einen Vitamin-B12-Mangel sofort zu erkennen. Das liegt daran, dass es viele unterschiedliche Symptome gibt, die auch mit anderen Erkrankungen zusammenhängen können.[9] Falls ein Verdacht auf die Erkrankung vorliegt, sollte man sich ärztlichen Rat einholen.

Wenn Säuglinge einen Vitamin-B12-Mangel haben, kann es zu Gedeihstörungen, Problemen bei der Bewegung, Verzögerungen in der Entwicklung sowie Anämie kommen.[8]

Allgemeine Symptome einer Anämie

Betroffene von Vitamin-B12-Mangel entwickeln manchmal allgemeine Symptome einer Anämie. Zu diesen Symptomen – unabhängig von der Ursache – gehören:[7]

  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Atemlosigkeit
  • Schwächegefühl
  • Kopfschmerzen

Zu den selteneren Symptomen einer Anämie zählen:[2]

  • Blassheit
  • Herzrasen
  • Tinnitus (Rauschen im Ohr)
  • Appetitlosigkeit
  • Veränderung im Geschmackssinn
  • Gewichtsverlust

Ada kann Dir bei der Symptomanalyse helfen. Lade Dir jetzt die kostenlose Ada-App, um Deine Symptome zu checken.

Ursachen von Vitamin-B12-Mangel

Eine häufige Ursache von Vitamin-B12-Mangel ist eine perniziöse Anämie. Es gibt allerdings auch zahlreiche seltenere mögliche Ursachen für die Erkrankung.[2]

Perniziöse Anämie

Der Körper muss Vitamin B12 absorbieren können. Dafür braucht er ein Protein aus dem Magen namens Intrinsic-Faktor (IF). Dieses Protein wird von Zellen der Magenschleimhaut produziert und bindet sich zur Aufnahme an das Vitamin B12. Bei einer perniziösen Anämie werden diese Zellen fälschlicherweise vom Immunsystem angegriffen. So wird verhindert, dass sich IF und Vitamin B12 verbinden und die Absorption des Vitamins wird verhindert.[2][7]

Perniziöse Anämie ist eine Autoimmun-Erkrankung. Am häufigsten sind Menschen über 50 Jahren betroffen. Sie scheint sich außerdem bei Frauen häufiger zu entwickeln. Man vermutet, dass perniziöse Anämie eine Erbkrankheit sein könnte und wahrscheinlicher Menschen betrifft, die bereits von anderen Autoimmun-Krankheiten betroffen sind (zum Beispiel Hashimoto-Thyroiditis oder die Addison-Krankheit). Ärzt:innen können einen Bluttest durchführen, um eine mögliche perniziöse Anämie festzustellen. [2][7]

Magen-Darm-Erkrankungen

Ein erhöhtes Risiko für Vitamin-B12 Mangel liegt bei Personen mit bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen vor. Außerdem können einige chirurgische Eingriffe das Risiko erhöhen:[2][7][10]

  • Magen-Erkrankungen: Schwächung der Magenschleimhaut durch atrophische Gastritis; eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori; Erbkrankheiten, die zu einem Mangel an Intrinsic-Faktor führen
  • Darm-Erkrankungen: Entzündung der Magenschleimhaut im Verdauungstrakt durch Morbus Crohn(/de/conditions/crohns-disease/); chronische tropische Sprue
  • Eingriffe: Wenn bei Operationen Teile des Magens, der gesamte Magen oder das Ende des Dünndarms entfernt werden, kann dadurch die Aufnahme von Vitamin B12 eingeschränkt werden

Medikamente

Einige Medikamente können die Aufnahme von Vitamin B12 beeinflussen. Falls man hierbei keine Vorkehrungen trifft, kann es zu einem Vitamin-B12-Mangel kommen. Ein Beispiel hierfür ist Metformin, das häufig bei Diabetes verschrieben wird. Darüber hinaus können unter anderem Neomycin, Chloramphenicol[8], Colchicin sowie bestimmte krampflösende Medikamente diesen Effekt haben.[2]

Außerdem kann die langfristige Einnahme von Medikamenten für Magenerkrankungen – zum Beispiel Sodbrennen oder die gastroduodenale Ulkuskrankheit[11]einen bereits bestehenden Vitamin-B12-Mangel verschlimmern. Allerdings wird er nicht dadurch ausgelöst. Zu diesen Medikamenten zählen Protonenpumpeninhibitoren (PPI) und H2-Blocker.[2][7]

Gut zu wissen: Wenn Du diese Medikamente einnimmst und Sorgen wegen eines Vitamin-B12-Mangels hast, solltest Du diesbezüglich ärztlichen Rat aufsuchen.

Ernährungsprobleme

Man kann einen Vitamin-B12-Mangel durch eine mangelhafte Ernährung im Alltag entwickeln. Dies ist allerdings eher selten, da eine ausgewogene Ernährung ausreichend Vitamin B12 liefern sollte. Dennoch besteht bei strengen Veganer:innen und Menschen, die sich schlecht ernähren, ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel.[2][7]

Unter anderem sind gute Quellen für Vitamin B12:

  • Fleisch
  • Fisch
  • Eier
  • Milchprodukte

Außerdem enthalten manche Müslis und Sojaprodukte Vitamin B12. Frucht- und Gemüseprodukte enthalten in der Regel kein Vitamin B12, außer sie wurden damit angereichert.[1][8]

Gesunde Menschen haben in der Regel genügend Vitamin B12 für zwei bis fünf Jahre im Körper gespeichert. Daher kann es mehrere Jahre dauern, bis sich ein Vitamin-B12-Mangel entwickelt.[7][12]

Personen, die sich für eine langfristige Ernährungsumstellung entscheiden (zum Beispiel auf Veganismus), sollten auf ausreichende Vitamin-B12-Aufnahme achten. Nahrungsergänzungsmittel sowie mit Vitamin B12 angereicherte Nahrungsmittel können das Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel verringern.

##Diagnose eines Vitamin-B12-Mangels @@diagnose:Diagnose

Für eine Diagnose betrachten Ärzt:innen in der Regel zunächst die Krankengeschichte und führen eine körperliche Untersuchung durch.

Bei einem Verdacht auf Vitamin-B12-Mangel wird eine Blutprobe entnommen. Anschließend wird das Vitamin B12, die Folsäure sowie die Größe der roten Blutkörperchen gemessen.[7]

Nachteile eines Bluttests bei Vitamin-B12-Mangel

Manche Menschen zeigen Symptome eines Vitamin-B12-Mangels, obwohl die Blutwerte unauffällig sind. Ein Bluttest misst die Menge an Vitamin B12 im Blut. Das muss allerdings nicht heißen, dass es auch vom Körper verwendet wird.[7] Außerdem kann es sich von Labor zu Labor unterscheiden, welche Blutwerte als unauffällig gelten.[13]

Daher beziehen Ärzt:innen für eine Diagnose von Vitamin-B12-Mangel normalerweise zusätzlich zum Bluttest auch alle anderen Anzeichen und Symptome mit ein.[13]

Die Ursache von Vitamin-B12-Mangel bestimmen

Sobald ein Verdacht auf Vitamin-B12-Mangel besteht oder sich bestätigt, müssen weitere Tests durchgeführt werden, um die Ursache festzustellen. So lassen sich geeignete Behandlungsmethoden bestimmen. Zu diesen Tests gehören unter anderem weitere Blutproben, mit denen sich perniziöse Anämie[7] und andere Erkrankungen feststellen lassen.

Manche Betroffene werden für weitere Tests und Therapie an Spezialist:innen weiter vermittelt. Dazu gehören Hämatolog:innen – Expert:innen für Bluterkrankungen – sowie Gastroenterolog:innen – Spezialist:innen für das Verdauungssystem.[1]

Ausschließen von Folsäuremangel

Folsäure – auch bekannt als Vitamin B9 – findet sich unter anderem in Brokkoli, Spargel, Erbsen und Vollkornreis. Ein Mangel an Folsäure kann ähnliche Symptome auslösen wie ein Vitamin-B12-Mangel.[7] Daher wird bei einem Verdacht auf Vitamin-B12-Mangel in der Regel auch der Folsäure-Wert im Blut überprüft.[3]

Wenn man dem Körper viel Folsäure zuführt, kann dies die Symptome eines Vitamin-B12-Mangels kaschieren. Deswegen wird bei einem Verdacht auf Folsäuremangel auch auf einen Vitamin-B12-Mangel getestet, bevor Medikamente empfohlen oder verschrieben werden.[12]

Funktionaler Vitamin-B12-Mangel

Manchmal zeigen Bluttests einen ganz herkömmlichen Serumspiegel für Vitamin B12. Trotzdem können Menschen unterschiedliche Symptome und Probleme eines Mangels entwickeln. Dies nennt man einen funktionalen Vitamin-B12-Mangel. In diesem Fall gibt es vermutlich Probleme bei der Verarbeitung von Vitamin B12 im Körper.

Wie bei anderen Fällen von Vitamin-B12-Mangel, kann dieser ebenfalls durch das Verabreichen von hochdosiertem Vitamin B12 behandelt werden.[7][14] Dennoch kann ein anhaltender funktionaler Vitamin-B12-Mangel zu den gleichen Problemen führen wie ein regulärer Vitamin-B12-Mangel.[7]

Behandlung von Vitamin-B12-Mangel

Die Behandlung hängt von der Ursache des Vitamin-B12-Mangels ab. In den meisten Fällen ist eine Zuführung von Vitamin B12 in Form von Injektionen oder Medikamenten für die Behandlung ausreichend.[7]

Ärzt:innen können hochdosierte Vitamin-B12-Injektionen empfehlen, zum Beispiel in Form des so genannten Hydroxycobalamin. Diese Injektionen werden zwei Wochen lang jeden zweiten Tag oder bis die Symptome verschwinden verabreicht.

Wenn die Ursache ernährungsbedingt ist, können Ärzt:innen passende Nahrungsergänzungsmittel oder regelmäßige (zum Beispiel zweimal im Jahr oder öfter) Injektionen empfehlen.[7] Sie können Betroffenen auch das Aufsuchen von Diätspezialist:innen empfehlen, um herauszufinden, wie mehr Vitamin B12 in die eigene Ernährung eingebaut werden kann.

Wenn die Ursache nicht ernährungsbedingt ist, sind meistens Vitamin-B12-Injektionen notwendig. Diese werden alle drei Monate (oder häufiger) für den Rest des Lebens verabreicht.[7]

Wenn das Nervensystem betroffen ist – zum Beispiel bei Kribbeln oder Taubheit – wird in der Regel der Besuch einer hämatologischen Praxis empfohlen. Hier kann die Erkrankung spezieller behandelt werden. Es kann sein, dass regelmäßige Injektionen (alle zwei Monate oder häufiger) für den Rest des Lebens zur Behandlung notwendig sind.[2][7]

Abgesehen von möglichen, milden Beschwerden an der Einstichstelle haben Vitamin-B12-Injektionen in der Regel keine Nebenwirkungen.[2]

Nach der ersten Behandlung werden normalerweise nach einem bis drei Monaten Bluttests als Follow-up durchgeführt, um die Entwicklung des Vitamin-B12-Werts zu prüfen. Danach können Ärzt:innen weitere Testungen einmal im Jahr empfehlen.[7][3][12]

In den meisten Fällen ist Vitamin-B12-Mangel einfach zu behandeln und führt selten zu Komplikationen.[1] In manchen Fällen jedoch – vor allen Dingen wenn ein schwerwiegender, lang anhaltender Mangel vorliegt – kann es zu bleibenden Nervenschäden kommen.[2][3]

Gut zu wissen: Rezeptfreie Nahrungsergänzungsmittel enthalten in der Regel nicht genügend Vitamin B12, um einen Mangel zu beheben.[11]

Vorbeugung von Vitamin-B12-Mangel

Es ist nicht immer möglich einen Vitamin-B12-Mangel zu verhindern. Allerdings kann man unterschiedliche Maßnahmen ergreifen, um das Risiko der Erkrankung zu minimieren. In diesen Fällen sollten Personen ärztlichen Rat bezüglich ihres Vitamin-B12-Werts aufsuchen:[9]

  • Bei langfristiger Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren
  • Bei langfristiger Einnahme von H2-Blockern
  • Bei Einnahme von Metformin zur Behandlung von Diabetes
  • Bei strengem Veganismus
  • Bei Magenerkrankungen
  • Bei Eingriffen am Magen oder am Dünndarm

Es gibt noch andere Personengruppen, die bezüglich ihres Vitamin-B12-Haushalts ärztlichen Rat aufsuchen sollten: Menschen mit Zöliakie, mit Morbus Crohn(/de/conditions/crohns-disease/) oder anderen Erkrankungen, die die Aufnahme des Vitamins verhindern sowie Personen über 50 Jahren.[9]

Strenge Veganer:innen (und manchmal auch Vegetarier:innen) sowie Menschen über 50 sollten versuchen, Brot, Müsli und andere mit Vitamin B12 angereicherte Lebensmittel in ihre Ernährung einzubauen. Alternativ (oder zusätzlich) können auch Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.[9]

Komplikationen bei Vitamin-B12-Mangel

In manchen Fällen kann es bei Vitamin-B12-Mangel zu Komplikationen kommen. Abhängig von Dauer und Schwere des Mangels können folgende Probleme auftreten:[7][3]

  • Neurologische Probleme: Sehstörungen, Gedächtnisverlust, Kribbeln, Schwierigkeiten beim Gehen oder Sprechen, Nervenschäden (so genannte periphere Neuropathien) besonders in den Beinen. Manchmal sind diese Schäden nicht heilbar.
  • Unfruchtbarkeit: Manchmal kann ein Vitamin-B12-Mangel eine Schwangerschaft erschweren oder verhindern. Dieser Umstand ist allerdings in der Regel behandelbar.
  • Magenkrebs: Wenn der Vitamin-B12-Mangel durch eine perniziöse Anämie ausgelöst wurde, erhöht sich das Risiko auf Magenkrebs.
  • Schäden am Neuralrohr: Bei Schwangeren mit einem Vitamin-B12-Mangel kann ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung angeborener Erkrankungen des Säuglings bestehen (zum Beispiel Spina bifida, ein gespaltenes Rückgrat).

Zusätzlich können alle Arten einer Anämie zu schwerwiegenden Problemen an Herz und Lunge führen. Dazu zählen auch Herzrasen und Herzversagen.[3]

Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Personen mit einem Verdacht auf Vitamin-B12-Mangel ärztlichen Rat aufsuchen.

Andere Namen für Vitamin-B12-Mangel

  • Cobalamin-Mangel

Vitamin-B12-Mangel FAQ

Besteht bei Veganer:innen und Vegetarier:innen ein Risiko auf Vitamin-B12-Mangel?

Ja. Vitamin B12 ist in tierischen Produkten wie Fleisch oder Milchprodukten enthalten, allerdings nicht in pflanzlichen Erzeugnissen. Daher ist das Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel höher, wenn man sich an eine streng vegetarische oder vegane Ernährungsweise hält.[4][7] Vegetarier:innen und Veganer:innen sollten genügend mit Vitamin B12 angereicherte Nahrungsmittel zu sich nehmen, um dieses Risiko zu verringern. Beispiele hierfür sind bestimmte Brotsorten, Sojaprodukte, Müslis und Hefeextrakte.[7][9] Eventuell müssen auch Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.[9]

Kann Vitamin-B12-Mangel zu Depression führen?

Ja. Die möglichen Symptome von Vitamin-B12-Mangel umfassen auch psychische Beschwerden wie Reizbarkeit, Psychose und Depression.[3] Depression kann allerdings viele unterschiedliche Ursachen haben. Bei einem Verdacht auf Vitamin-B12-Mangel im Zusammenhang mit einer depressiven Episode sollte ärztlicher Rat aufgesucht werden.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Alkohol und Vitamin-B12-Mangel?

Ja. Verschiedene Studien zeigen, dass Alkoholkonsum den Vitamin-B12-Wert verringern kann. Alkoholiker:innen könnten ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel haben. In manchen Fällen können Blutproben einen fälschlicherweise sehr hohen Vitamin-B12-Wert anzeigen. Dieser Umstand kann durch das sogenannte Alkoholleber-Syndrom ausgelöst werden und kann einen funktionalen Vitamin-B12-Mangel verbergen.[15][16][17]


  1. Nursing Times. “Anaemia, vitamin B12 and folate deficiency.” 6. Februar 2009. Zugriff am 1. November 2017.

  2. Patient. “Vitamin B12 Deficiency and Pernicious Anaemia.” 3. Juli 2016. Zugriff am 1. November 2017.

  3. Patient. “Pernicious Anaemia and B12 Deficiency.” 24. Juni 2016. Zugriff am 3. November 2017.

  4. Annual Review of Nutrition. “Vitamin B12 deficiency in the elderly.” 1999. Zugriff am 1. November 2017.

  5. The Guardian. “Everything you need to know about vitamin B12 deficiency.” 28. Februar 2017. Zugriff am 1. November 2017.

  6. Clinical Knowledge Summaries. “Anaemia - B12 and folate deficiency - Summary.” Juli 2015. Zugriff am 1. November 2017.

  7. NHS Direct Wales. “Anaemia, vitamin B12 and folate deficiency.” 20. Juni 2016. Zugriff am 1. November 2017.

  8. National Institutes of Health. “Vitamin B12 Fact Sheet for Consumers.” 17. Februar 2016. Zugriff am 1. November 2017.

  9. Harvard Health Publishing. “Vitamin B12 deficiency can be sneaky, harmful.” 10. Januar 2013. Zugriff am 3. November 2017.

  10. Clinical Knowledge Summaries. “Anaemia - B12 and folate deficiency - Causes.” Juli 2015. Zugriff am 3. November 2017.

  11. American Family Physician. “Vitamin B12.” 1. März 2003. Zugriff am 4. November 2017.

  12. American Family Physician. “Vitamin B12 Deficiency.” 1. März 2003. Zugriff am 4. November 2017.

  13. Clinical Knowledge Summaries. “Anaemia - B12 and folate deficiency - Diagnosis.” Juli 2015. Zugriff am 4. November 2017.

  14. European Journal of General Medicine. “Vitamin B12 Deficiency: Some Observations, Some Misconceptions.” 2015. Zugriff am 12. Dezember 2018.

  15. Boulder Medical Center. “Nutrition Recommendations for Those Who Consume Alcohol.” Zugriff am 6. November 2017.

  16. European Journal of Clinical Nutrition. “Effects of moderate alcohol consumption on folate and vitamin B(12) status in postmenopausal women.” November 2004. Zugriff am 6. November 2017.

  17. European Journal of Internal Medicine. “Functional vitamin B12 deficiency in alcoholics: an intriguing finding in a retrospective study of megaloblastic anemic patients.” April 2010. Zugriff am 6. November 2017.