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Gürtelrose: Herpes Zoster

Verfasst von Adas medizinischem Fachpersonal

Aktualisiert am

Was ist Gürtelrose?

Gürtelrose, auch als Herpes Zoster bekannt, ist eine Infektion, die üblicherweise einen schmerzhaften Ausschlag auslöst. Die kribbelnden Schmerzen der Gürtelrose können allerdings auch ohne einen Ausschlag auftreten. Gürtelrose wird durch das Varicella-Zoster-Virus (VZV), auch bekannt als humanes Herpesvirus 3 (HHV-3), verursacht.[1]

VZV ist das gleiche Virus, das auch Windpocken verursacht. Windpocken ist ein häufiger Infekt in der Kindheit.[2] Nach einer Windpocken-Infektion verbleibt das VZV für den Rest des Lebens inaktiv im Körper (und zwar in den Nervenwurzeln des Rückenmarks und den Ganglien der Hirnnerven). Manchmal aktiviert sich das Virus Jahrzehnte später erneut. In der Regel passiert dies bei einem geschwächten Immunsystem. Die daraus folgende Erkrankung nennt sich Gürtelrose. Grundsätzlich können alle Menschen Gürtelrose bekommen, die bereits einmal Windpocken hatten. In den meisten Fällen betrifft die Erkrankung jedoch Erwachsene, oft über dem Alter von 50 Jahren.[3]

Zu den frühen Anzeichen von Gürtelrose gehören Juckreiz, ein Gefühl der Taubheit und ein brennender Schmerz im Gesicht, auf der Brust oder auf dem Rücken. In der Regel entwickeln sich diese Anzeichen dann in den für die Erkrankung typischen Hautausschlag.

Zu den Gürtelrose-Symptomen zählt in der Regel auch ein schmerzhafter, rötlicher oder anders verfärbter Hautausschlag. Dieser Ausschlag entwickelt sich zu Bläschen auf einer Seite des Körpers. Meistens sind die folgenden Bereiche davon betroffen:

  • Nacken
  • Oberkörper
  • Gesicht

Die Symptome der Gürtelrose halten normalerweise zwischen drei und vier Wochen an.[4] Viele Betroffene erkranken nur einmal im Leben an Gürtelrose, doch die Erkrankung kann durchaus wiederkehren.

Gut zu wissen: Gürtelrose ist auch als Herpes Zoster bekannt. Allerdings muss unterschieden werden zwischen Herpes Zoster, der Gürtelrose auslöst, und Herpes Simplex, der für Lippen- und Genitalherpes verantwortlich ist.

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Was sind Symptome der Gürtelrose?

Das deutlichste Symptom der Gürtelrose ist ein schmerzhafter Hautausschlag. Die Haut rötet sich oder verfärbt sich auf andere Art. Danach bilden sich flächendeckende Bläschen.

Anzeichen von Gürtelrose vor dem Hautausschlag

Im Gürtelrose-Frühstadium sind die Symptome meistens nicht sehr spezifisch und könnten ebenso auf viele weitere Krankheiten hinweisen. Doch auch im Frühstadium der Gürtelrose gibt es bereits mögliche Anzeichen, bevor der typische Hautausschlag auftritt. Dazu gehören:

  • Juckreiz, brennender Schmerz, Taubheit oder ein Kitzeln an den Stellen, an denen der Ausschlag auftreten wird
  • Grippeartige Symptome, zum Beispiel Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen oder Müdigkeit
  • Magenprobleme (eher untypisch)

Nachdem sich der Hautausschlag entwickelt hat, dauert die Erkrankung in der Regel zwei bis vier Wochen an. Die Schmerzen verschlimmern sich, wenn sich der Hautausschlag entwickelt. Sie lassen nach, sobald der Ausschlag verheilt.

Wie sieht eine Gürtelrose aus?

Gürtelrose wird durch das Varicella-Zoster-Virus ausgelöst. Dieses Virus ruht im Nervensystem, was zu einer segmentalen Ausbreitung des Hautausschlags führt. Das bedeutet, dass sich der Ausschlag im Bereich oder entlang bestimmter Nerven entwickelt. Meistens ist davon ein Dermatom – also ein Versorgungsgebiet der Nerven – betroffen.[5] Der Hautausschlag der Gürtelrose entwickelt sich normalerweise im Gesicht, am Nacken, oder auf einer Seite des Oberkörpers.

Gut zu wissen: Wenn die Nerven am Bein betroffen sind, kann sich auch dort eine Gürtelrose entwickeln. Es ist auch möglich – wenn auch selten – dass sich Gürtelrose an mehr als einer Stelle entwickelt. Noch seltener taucht sie an drei oder mehr Dermatomen, also Hautbereichen, auf. Das ist besonders bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem der Fall. Diese Form der Erkrankung nennt man Zoster disseminatus.

Im Verlauf der Erkrankung bilden sich am Hautausschlag Bläschen, die mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt sind. Gürtelrose steht in enger Verbindung zum Nervensystem. Deswegen geht der Ausschlag oft mit einem starken, stechenden Schmerz einher. Dieser Schmerz verschlimmert sich, während sich der Hautausschlag weiterentwickelt. Die betroffenen Stellen sind extrem berührungsempfindlich. Deswegen kann es schwierig sein, sich anzuziehen oder in bestimmten Positionen zu schlafen.

Gürtelrose ist ansteckend, sobald sich Bläschen auf dem Hautausschlag bilden. In diesem Zeitraum sollten Betroffene körperlichen Kontakt mit anderen Menschen meiden, vor allen Dingen mit diesen Personengruppen:

  • Ältere Menschen
  • Schwangere
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • Menschen, die bisher keine Windpocken hatten

Die Phase der Bläschenbildung dauert in der Regel zwischen sieben und zehn Tage. Die Bläschen sollten sich im Laufe der Genesung verkleinern und schließlich verschwinden. Oft verkrusten die Bläschen in diesem Prozess.

Subtypen der Gürtelrose

Das üblichste Gürtelrose-Symptom ist ein schmerzhafter Hautausschlag im Gesicht, am Nacken oder am Oberkörper. Die Erkrankung kann allerdings auch andere Formen annehmen.

Zu den selteneren Typen der Gürtelrose zählen:

  • Zoster sine herpete: Eine schmerzhafte Gürtelrose ohne Hautausschlag
  • Gürtelrose an den inneren Organen: zum Beispiel bei einer disseminierten Gürtelrose
  • Herpes zoster opthalmicus: Gürtelrose am Augennerv
  • Herpes zoster oticus: Gürtelrose am Gesichtsnerv

Zoster sine herpete (ZSH): Gürtelrose ohne Hautausschlag

Es ist zwar selten, aber manche Menschen mit Gürtelrose entwickeln keinen Hautausschlag. Gürtelrose ohne Hautausschlag nennt man auch zoster sine herpete (ZHS).

Falls Gürtelrose ohne Ausschlag auftritt, können sich folgende frühen Symptome der Erkrankung zeigen:

  • Taubheit an bestimmten Stellen
  • Ein juckendes Brennen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Allgemeine Schmerzen
  • Überempfindlichkeit bei Berührungen

Auch ohne Hautausschlag zeigen sich die Symptome der Gürtelrose an bestimmten Stellen. Oft am Gesicht, Nacken, einer Seite des Oberkörpers oder an den Augen. In seltenen Fällen kann es zu Schäden am Gehirn oder an den inneren Organen kommen, zum Beispiel eine Gehirnentzündung (Enzephalitis), Lungenentzündung (Varicella pneumonia), Lähmung der Gesichtsnerven oder Probleme beim Hören und beim Halten des Gleichgewichts.[6]

Gürtelrose teilt viele Symptome mit anderen Erkrankungen. Dazu gehören Herpes simplex, Borkenflechte, Dermatitis herpetiformis und Kontaktdermatitis. Deswegen kann es schnell zu Verwechslungen kommen. Falls kein Hautausschlag auftritt, ist in der Regel ein Labortest notwendig, um auf das Varicella-Zoster-Virus im Körper zu testen.[7]

Gürtelrose an den inneren Organen

In selten Fällen kann die Gürtelrose die Lungen und das Nervensystem (zum Beispiel das Gehirn) befallen. Dies kann anstelle oder zusammen mit Gürtelrose auf der Haut geschehen. In der Regel geschieht dies häufiger bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, beispielsweise durch eine HIV-Infektion oder durch eine Chemotherapie.

Eine Gürtelrose an inneren Organen tritt nur selten ohne Hautausschlag auf. Bei Menschen mit einer Immunschwäche kann allerdings der Verdacht aufkommen, dass eine solche Gürtelrose ohne den typischen Ausschlag vorliegt. In so einem Fall sollte der:die behandelnde Ärzt:in unbedingt über die bisherige Krankengeschichte aufgeklärt werden. So kann ein Gürtelrosen-Befall der inneren Organe verhindert werden.

Die Symptome einer solchen Gürtelrose hängen von dem jeweils betroffenen Organ ab. Bei einem Befall der Lunge kann sich beispielsweise eine Lungenentzündung als mögliches Symptom zeigen.[8]

Herpes zoster ophthalmicus

Bei dieser Form der Erkrankung befällt die Gürtelrose einen bestimmten Nerv im Auge, den Nervus ophthalmicus. Das erste Anzeichen hierfür ist das Auftreten von Gürtelrosen-Symptomen (z.B. Hautausschlag) an der Nasenspitze.[9]

Wenn es einen Verdacht auf Gürtelrose im Nasenbereich gibt, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Diese Form der Gürtelrose kann zu Problemen beim Sehen bis hin zur Blindheit führen.

Gut zu wissen: In manchen Fällen von Herpes zoster opthalmicus kann sich ein Hutchinson-Zeichen zeigen. Dabei bilden sich mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen auf der Nasenspitze oder den Nasenflügeln. Hier befällt die Gürtelrose eine Abzweigung des fünften Hirnnervs (Nervus trigeminus), die mit der Nase und der Hornhaut des Auges verbunden ist.

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Herpes zoster oticus (HZO)

Diese Art der Gürtelrose tritt auf, wenn der siebte und/oder achte Hirnnerv befallen werden. Die Symptome können unterschiedlich ausfallen, je nachdem welche Nerven im Kopf betroffen sind. Der siebte Hirnnerv (Nervus facialis) ist in 90 Prozent der Fälle von HZO betroffen. Dabei kommt es zu einer Gürtelrose im Gesicht, am Nacken und/oder am Mund.

Die anderen, selteneren Arten von Herpes zoster oticus sind:

  • Ramsay-Hunt-Syndrome: Eine Lähmung an der Seite des Gesichts. Typisch hierfür sind akuter Schmerz an einem Ohr und im Gesicht. Am äußeren Gehörgang können sich Bläschen bilden. Außerdem kann es in manchen Fällen zu Problemen beim Hören kommen.
  • HZO am achten Hirnnerv (Nervus vestibulocochlearis):** Hierbei wird der Gleichgewichtssinn beeinträchtigt. Zusätzlich zum Hautausschlag kommt es hier zu Gürtelrose-Symptomen wie Schwindelgefühl und Vertigo.

Bei einem Verdacht auf Herpes zoster oticus sollte ärztlicher Rat aufgesucht werden. Eine Gürtelrose, die die Gesichtsnerven befällt, kann ein Hinweis einen Gürtelrose-Befall an inneren Organen sein.

Ursachen für Gürtelrose

Gürtelrose kann alle Menschen befallen, die schon einmal an Windpocken erkrankt waren. In seltenen Fällen können auch Menschen betroffen sein, die gegen Windpocken geimpft wurden und deswegen das VZV in ihrem Körper tragen.

Gut zu wissen: Für Menschen, die gegen Windpocken geimpft wurden, gilt: Falls es zu einer Gürtelrose kommt, äußert sich diese wesentlich schwächer als bei Menschen, die vorher kein VZV in ihrem Körper hatten. Deswegen ist die Impfung gegen Windpocken grundsätzlich zu empfehlen, falls es vorher noch keine Infektion gab. Der Windpocken-Impfstoff ist ein so genannter Lebendimpfstoff, das heißt dass er eine abgeschwächte Variante des Virus enthält, die aber nicht die Erkrankung selbst auslöst. Deswegen kann er allerdings auch keinen hundertprozentigen Schutz vor dazugehörigen Erkrankungen wie Gürtelrose bieten.

In den USA werden etwa eine von drei Personen in ihrem Leben irgendwann von einer Gürtelrose befallen. Nach überstandener Windpocken-Infektion verbleibt das VZV ruhend im Körper. Es befindet sich im Nervensystem und kann sich wieder aktivieren, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Das kann zum Beispiel durch Alter, Krankheit oder Stress passieren.

Wie lange ist Gürtelrose ansteckend?

Eine Gürtelrose ist nur so lange ansteckend, wie sich Bläschen am Hautausschlag bilden. In diesem Zeitraum kann sich das VZV durch direkten Körperkontakt übertragen. Man kann sich auch indirekt durch die Flüssigkeit der Bläschen anstecken, zum Beispiel wenn man sich Handtücher, Betten oder Werkzeuge mit einer betroffenen Person teilt.

Man kann sich nur das Varicella-Zoster-Virus einfangen, nicht die Gürtelrose selbst. Eine Person, die noch nie Windpocken hatte und sich dann durch das VZV einer anderen Person mit Gürtelrose infiziert, wird daraufhin an Windpocken und nicht an Gürtelrose erkranken. Dies ist immer der Fall, wenn das VZV zum ersten Mal im Körper landet.[10]

Risikofaktoren bei Gürtelrose

Am häufigsten kommt Gürtelrose bei Erwachsenen ab 50 Jahren vor. Laut Empfehlung der amerikanischen Seuchenschutzbehörde (CDC, Center for Disease Control and Prevention) sollten sich alle Personen über 50 gegen Gürtelrose impfen lassen. Die Impfung verringert die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung um etwa 50 Prozent. Außerdem wird die Dauer und die Schwere der Gürtelrose reduziert, wenn sie eintreten sollte.[11]

Seit 2018 gibt es auch einen Totimpfstoff. Dieser ist ab einem Alter von 50 Jahren empfohlen und hat eine Wirksamkeit von über 90 Prozent. [12]

Gürtelrose kann auch diejenigen befallen, die aufgrund einer Verletzung oder Krankheit ein geschwächtes Immunsystem haben. Dies kann bei einer HIV-Infektion oder Krebs der Fall sein, oder wenn man Medikamenten oder Therapien ausgesetzt ist, die das Immunsystem belasten. Beispiele hierfür sind zum Beispiel Organtransplantate oder Chemotherapien. Menschen, die schon einmal Windpocken hatten und für längere Zeit erheblichem Stress ausgesetzt sind, haben auch ein erhöhtes Risiko, an Gürtelrose zu erkranken.

Gürtelrose bei Schwangeren

Wenn eine schwangere Person von Gürtelrose betroffen ist, ist der Verlauf in der Regel mild und es entsteht kein zusätzliches Risiko für die Person selbst oder das ungeborene Baby.[13] Trotzdem gilt: Schwangere, die noch keine Windpocken hatten, sollten sicherheitshalber den Kontakt mit Betroffenen von Windpocken und Gürtelrose vermeiden.

Sowohl Menschen mit Gürtelrose als auch solche mit Windpocken können andere mit dem VZV anstecken. Eine Ansteckung mit Windpocken während der Schwangerschaft kann möglicherweise zu schweren Gesundheitsproblemen für die schwangere Person und den Fötus führen.

Diagnose von Gürtelrose

Der Hautausschlag der Gürtelrose ist aufgrund des Musters sofort erkennbar. Sobald ein Ausschlag und der dazugehörige Schmerz (üblicherweise auf einer Körperseite) vorhanden sind, kann eine Gürtelrose zuverlässig diagnostiziert werden. In der Regel führen Ärzt:innen eine Untersuchung des Körpers durch und nehmen einen Abstrich von einem Bläschen. Anschließend wird eine Gewebeprobe von der betroffenen Haut ins Labor geschickt, um die Diagnose zu bestätigen.

Wir empfehlen bei einem Verdacht auf Gürtelrose möglichst bald ärztlichen Rat aufzusuchen. So kann die Erkrankung schnell behandelt werden und die Wahrscheinlichkeit, andere anzustecken, wird verringert. Es ist nicht möglich, Gürtelrose zu heilen. Allerdings gibt es einige Arzneimittel, die den Schmerz lindern und die Erkrankung verkürzen können. Diese Medikamente wirken besser, je früher sie in der Entwicklung der Gürtelrose eingenommen werden.

Falls Du glaubst, erste Anzeichen einer Gürtelrose zu spüren, oder wenn Du unsicher bist, mach eine kostenlose Symptomanalyse mit der Ada-App.

Behandlung von Gürtelrose

In der Regel verheilt die Gürtelrose von allein über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen. Darüber hinaus ermöglichen eine frühe Diagnose und eine schnelle Behandlung:

  • Verhindern der Ausbreitung der Gürtelrose
  • Verringern der gesundheitlichen Probleme
  • Schmerzlinderung
  • Verkürzung der Erkrankung

Nach der Diagnose einer Gürtelrose, wird der:die behandelnde Ärzt:in in der Regel einen Behandlungsplan empfehlen. So sollen die Schmerzen und sonstige Probleme mit dem Hautausschlag gelindert werden.

Behandlungsplan

Um die Genesung von einer Varizellen-Infektion zu erleichtern, werden üblicherweise folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Viel ausruhen und entspannen
  • Lose Kleidung tragen
  • Den Hautausschlag sauber und trocken halten, um die Bläschen auszutrocknen
  • Den Ausschlag nicht bedecken, damit die Bläschen möglichst schnell verkrusten
  • Kalte Kompressen auftragen, um das Brennen der Haut zu lindern
  • Möglichst keine Betten, Kleidung oder Handtücher mit anderen Teilen, um eine Ausbreitung zu verhindern

Medikamente bei Gürtelrose

Es gibt einige Medikamente, die verschrieben werden, um gegen die körperlichen Beschwerden bei einer Gürtelrose vorzugehen.[14] Dazu gehören:

  • Antivirale Medikamente; diese werden oral oder – bei schweren Verläufen – über die Vene verabreicht
  • Schmerzmittel, zum Beispiel nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAIDs), Paracetamol oder Opioide bei starken Schmerzen
  • In manchen Fällen Antidepressiva und krampflösende Mittel mit schmerzlindernden Eigenschaften, die gut mit anderen Schmerzmitteln zusammenwirken

Gürtelrose FAQ

Gibt es noch weitere Gesundheitsrisiken bei Gürtelrose?

Ohne Behandlung kann eine Gürtelrose wahrscheinlicher zu einer Post-Zoster-Neuralgie (PZN) führen. Bei dieser Erkrankung hält der brennende Schmerz an den betroffenen Stellen für länger als drei Monate an, auch wenn der Ausschlag und die Bläschen bereits verschwunden sind. Etwa ein Fünftel der Personen mit einer Gürtelrose werden eine PZN entwickeln.[15] Außerdem erhöht sich bei Nichtbehandlung auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Gürtelrose auf innere Organe ausbreitet.

Sind die Anzeichen einer Gürtelrose bei Kindern anders als bei Erwachsenen?

Die Anzeichen einer Gürtelrose bei Erwachsenen und Kindern sind zum größten Teil gleich. Allerdings ist die Gürtelrose bei Kindern in der Regel milder und dauert kürzer an. Die meisten Kinder erholen sich gut von einer Gürtelrose und tragen keine weiteren Gesundheitsprobleme davon. Kinder unter drei Jahren erkranken selten an einer Gürtelrose. Und sie können nur davon befallen werden, wenn sie bereits Windpocken hatten.[16]

Gürtelrose kommt bei Kindern selten vor.[17] Die Wahrscheinlichkeit kann sich allerdings auch erhöhen, wenn ein geschwächtes Immunsystem vorliegt, zum Beispiel durch eine Autoimmunschwäche, eine schwere oder chronische Krankheit oder durch erhöhten Stress.[18]

Kann eine Gürtelrose durch Stress ausgelöst werden?

Stress alleine kann keine Gürtelrose verursachen. In manchen Fällen kann sie allerdings den Ausbruch einer Gürtelrose begünstigen.[18] Stress kann das Immunsystem schwächen. So werden Personen anfälliger für alle möglichen Infektionen, inklusive einer Infektion mit dem Varicella-Zoster-Virus.[19]

Gut zu wissen: Menschen, die noch nie Kontakt mit dem VZV hatten, werden bei einer Infektion zunächst an Windpocken erkranken und nicht an Gürtelrose.

Kann eine Gürtelrose eine Gehirnentzündung auslösen?

Eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) entsteht, wenn sich eine Infektion im Körper zum Gehirn ausbreitet. Virusinfektionen – zum Beispiel durch Herpes simplex, der Lippen- und Genitalherpes verursachen kann und VZV, das Gürtelrose verursachen kann – führen häufiger zu einer Gehirnentzündung als bakterielle Infektionen. Die Wahrscheinlichkeit einer Gehirnentzündung durch VZV oder einen anderen Virus ist größer, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Immunabwehr aufgrund einer anderen Krankheit wie HIV bereits geschwächt ist.[20]

Zu den frühen Anzeichen einer Gehirnentzündung zählen grippeartige Symptome wie Kopf- und Muskelschmerzen und Übelkeit.[20] Zu ernsteren Symptomen gehören Müdigkeit, Krampfanfälle, und Schwierigkeiten beim Sprechen.[21] Bei einem Verdacht auf Enzephalitis sollte die Notaufnahme aufgesucht werden. Eine Gehirnentzündung kann lebensbedrohlich sein und sollte so schnell wie möglich behandelt werden. Für die Diagnose einer Gehirnentzündung werden eine Kernspintomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) durchgeführt, um das Ausmaß der Entzündung festzustellen. Zusätzlich wird durch eine Lumbalpunktion Nervenwasser entnommen, um die Ursache zu bestimmen. So können Ärzt:innen sich besser für eine geeignete Behandlungsmethode entscheiden. Falls die Enzephalitis durch einen Herpes simplex oder das VZV ausgelöst wird, gehören zur Behandlung antivirale Medikamente.[22]

Was darf man bei Gürtelrose nicht machen?

Das Varizella-Zoster-Virus der Gürtelrose ist ansteckend und überträgt sich vor allen Dingen durch Körperkontakt. Dies ist der Fall sobald sich auf dem Hautausschlag Bläschen gebildet haben. Daher sollten Betroffene sich möglichst isolieren und zu hause ausruhen. Außerdem sollte vermieden werden, sich Betten, Handtücher und andere Utensilien mit anderen Menschen zu teilen, da sich das Virus auch durch die Flüssigkeit in den Bläschen übertragen kann.

Woran erkenne ich, dass meine Gürtelrose heilt?

Normalerweise zerplatzen die Bläschen, die mit einer Gürtelrose einhergehen, nach etwa fünf Tagen. Daraufhin verläuft die Genesung der Gürtelrose wie folgt: die Wunden der Bläschen nässen, daraufhin bildet sich eine Kruste bis sie schlussendlich verheilen. Nach dem Aufplatzen der Bläschen dauert der Heilprozess etwa zwei Wochen. Man erkennt die Heilung daran, dass die Krusten sich verkleinern und der Schmerz des Ausschlags abnimmt.[23]

Sollte ich mir die Gürtelrose-Impfung holen?

Das amerikanische Seuchenschutzbehörde (CDC) empfiehlt eine Impfung gegen Gürtelrose für alle Leute über 50 Jahren. Das ist auch der Fall, wenn es vorher keine Infektion mit Windpocken gab. Die Impfung gegen Gürtelrose verringert das Risiko einer Erkrankung um etwa 50 Prozent und verringert Dauer und Schwere der Erkrankung, falls sie eintrifft.[24]

Seit 2018 gibt es auch einen Totimpfstoff. Dieser ist ab einem Alter von 50 Jahren empfohlen und hat eine Wirksamkeit von über 90 Prozent. [12]

Die Gürtelrose-Impfung ist für folgende Personengruppen nicht empfohlen:[24]

  • Schwangere. Eine Person, die eine Impfung gegen Gürtelrose erhalten hat und gerne schwanger werden möchte, sollte damit mindestens vier Wochen warten
  • Personen, die eine immunschwächende Krankheit haben, zum Beispiel Aids
  • Personen mit einer Krebsform, die das Knochenmark oder das Lymphsystem beeinträchtigt
  • Personen, **die Medikamente nehmen, die das Immunsystem schwächen (Immunsuppressiva)
  • Personen, die derzeit eine Strahlen- oder Chemotherapie machen
  • Personen, die in den nächsten vier Wochen eine Organ- oder Knochenmarkspende erhalten, kürzlich eine solche erhalten haben, oder aufgrund einer solchen Spende derzeit Immunsuppressiva nehmen[25]

  1. Varicella Zoster Virus Infection: Clinical Features, Molecular Pathogenesis of Disease, and Latency.” Neurological Clinics. August 2008. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  2. Facts about chickenpox.” Pediatric Child Health. September 2005. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  3. Shingles. Clinical Overview.” CDC. Zugriff am 9. Dezember 2021.

  4. How Long Does It Take to Recover from Shingles?.” New Health Guide. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  5. Dermatomes Anatomy.” Medscape. 13. Oktober 2017. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  6. Varicella-Zoster Virus Reactivation without Rash.” Journal of Infectious Diseases. 01. August 1992. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  7. Diagnosis & testing.” National Center for Immunization and Respiratory Diseases, Division of Viral Diseases. 19. August 2016. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  8. Can you have internal shingles without a rash?” Medical News Today. 15. März 2018. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  9. Managing ophthalmic herpes zoster in primary care.” British Medical Journal. 16. Juli 2005. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  10. Q: Should I get the shingles vaccine?.” Journal of the American Academy of Physician Assistants. September 2012. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  11. Transmission.” National Center for Immunization and Respiratory Diseases, Division of Viral Diseases. 19. August 2016. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  12. Shingles vaccination.” CDC. Zugriff am 9. Dezember 2021.

  13. What are the risks of shingles during pregnancy?.” NHS Choices. 12. Dezember 2015. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  14. Shingles - Treatment.” 08. Juli 2016. NHS Choices. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  15. Post-herpetic neuralgia.” Continuing Education in Anaesthesia Critical Care & Pain. 01. August 2017. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  16. Herpes Zoster (Shingles) and Postherpetic Neuralgia.” Mayo Clinic Proceedings. März 2009. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  17. Shingles (herpes zoster) in children.” University of Rochester Medical Center. 2018. Zugriff am 24. Oktober 2017.

  18. Stress induced immune dysfunction: implications for health.” Perspectives. März 2005. Zugriff am 13. September 2018.

  19. Shingles.” The British Skin Foundation. Zugriff am 16. Juli 2018.

  20. Meningitis and encephalitis fact sheet.” National Institute of Neurological Disorders and Stroke. 06 Juli 2017. Zugriff am 16. Juli 2018.

  21. Encephalitis.” Patient. 08 July 2015. Accessed: 16 July 2018.

  22. Encephalitis.” NHS Choices. 06. Dezember 2016. Zugriff am 16. Juli 2018.

  23. Shingles.” National Institute on Ageing. 31. Dezember 2016. Zugriff am 16. Juli 2018.

  24. What everyone should know about Zostavax.” Centres for Disease Control and Prevention. 25. Januar 2018. Zugriff am 16. Juli 2018.

  25. A Comprehensive Review of Immunization Practices in Solid Organ Transplant and Hematopoietic Stem Cell Transplant Recipients.” Clinical Therapeutics. 2017. Zugriff am 13. September 2018.